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Facebook: Funktion zeigt, wie User im Netz verfolgt werden

Claudia Spiess, 18. Februar 2020
Facebook: Funktion zeigt, wie User im Netz verfolgt werden
Facebook: Funktion zeigt, wie User im Netz verfolgt werden

Datensammler Facebook verfolgt nahezu alle unsere Aktivitäten. Egal, ob angemeldet oder nicht.

Aktivitäten außerhalb von Facebook:
Facebook: Funktion zeigt, wie User im Netz verfolgt werden – Das Wichtigste zu Beginn:
Mehr Transparenz und Kontrolle über Datenweitergabe wird mittels „Aktivitäten außerhalb von Facebook“ versprochen. Jedoch erhält man keine wirkliche Kontrolle und kann das Datensammeln im Hintergrund nicht deaktivieren.

Viele Webseiten leiten Daten an Facebook weiter. Sogar, wenn man zahlreiche Funktionen deaktiviert, wird weiter gesammelt.

Aktivitäten außerhalb von Facebook

Um seinen Nutzern mehr Transparenz in Sachen Weitergabe von Daten zu geben, hat Facebook erst kürzlich die Funktion „Aktivitäten außerhalb von Facebook“ gestartet. Den Nutzern werden hier sämtliche Seiten oder Apps angezeigt, von denen Daten an Facebook weitergegeben werden. Somit sollen Nutzer die Kontrolle und Information darüber erhalten.
Weiters reagiert Facebook hiermit auf die Vorwürfe bezüglich Verkauf und Sammeln von Daten sowie der Beeinflussung von Wahlen.

Welche Informationen erhält Facebook?

Mit der Funktion „Aktivitäten außerhalb von Facebook“ erhält man zwar eine Information, von wo überall Daten an Facebook gelangen. Man sieht, wie oft Interaktionen (App öffnen, über Facebook anmelden, etwas kaufen, etc.) stattfinden und welche der Aktivitäten mithilfe des „Facebook Business Tools“ geteilt werden. Facebook weist allerdings darauf hin, dass sie „mehr Details und Aktivitäten als hier angezeigt erhalten“. Welche das genau sind, erfährt man aber nicht.

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Laut Facebook werden diese Daten lediglich für personalisierte Werbung verwendet. Personenbezogene Daten würden niemals an die entsprechenden Seiten weitergeleitet oder verkauft werden.

In der Redaktion von inFranken.de reichte die Spanne von 220 bis über 450 Seiten Daten, von denen Facebook Daten erhält. Und das innerhalb eines Zeitraumes von nur 180 Tagen, so die Stiftung Warentest.

Wo findet man die Funktion „Aktivitäten außerhalb von Facebook“?

Es hängt davon ab, von welchem Gerät man auf Facebook zugreift:

  • Am PC: Pfeil oben rechts – Einstellungen – linke Spalte „Deine Facebook Informationen“ – „Aktivitäten außerhalb von Facebook“
  • Im Handy-Browser: Burgermenü/drei Striche oben rechts – Einstellungen – Unterpunkt „Deine Facebook Informationen“ – „Aktivitäten außerhalb von Facebook“
  • In der Facebook-App: Burgermenü/drei Striche oben rechts – Einstellungen und Privatsphäre – Einstellungen – „Aktivitäten außerhalb von Facebook“
  • Oder einfach folgenden Link verwenden: Off Facebook Activity

Man gelangt zu einer Übersichtsseite, auf der man Informationen zu „Aktivitäten außerhalb von Facebook“ bekommt und wie der Ablauf in etwa funktioniert. Klickt man allerdings auf die kleinen Logos am Seitenanfang, sieht man hier fast alle Seiten, von denen Facebook Daten bezüglich unserer Nutzung erhält.

Datensammeln gänzlich deaktivieren?

Will man nicht, dass Facebook Daten der eigenen Nutzung sammelt, kann man deaktivieren, dass künftige Aktivitäten außerhalb von Facebook mit dem eigenen Konto verknüpft werden. Jedoch erhält man seitens Facebook Warnhinweise:

„Wir erhalten weiterhin Informationen zu deinen Aktivitäten von Unternehmen und Organisationen, mit denen du interagierst.“

Die Interaktionen werden also nicht mehr mit einem spezifischen Facebook-Profil verknüpft, Facebook erhält allerdings weiterhin Daten.
Außerdem kann es durch die Deaktivierung passieren, dass man einige Apps, die mit dem eigenen Facebook-Account verknüpft waren, nicht mehr wie gewohnt nutzen oder der Vorgang auch bis zu 48 Stunden dauernd kann.
Der einzige Erfolg, den man dadurch hat, ist, dass keine individualisierte Werbung mehr angezeigt wird. Das Datensammeln an sich läuft allerdings weiter, man kann keinen Einfluss darauf nehmen.

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Analyse mittels „Business-Tools“ im Tausch gegen Daten

Facebook bietet Website-Betreibern kostenlose Werkzeuge, sogenannte „Business-Tools“, an, die ihre Arbeit erleichtern, Nutzererlebnisse optimieren und die Auswertung von Daten einfacher gestaltet. Facebook erhält im Gegenzug relevante Nutzerdaten.
Der Vorteil für Facebook liegt klar auf der Hand. In den letzten Jahren hat es Facebook so geschafft, nahezu überall und auf jeder Seite eingebunden zu sein.

Ein einfaches Beispiel, das wohl jeder von uns kennt: Man besucht eine Website und sieht sich zum Beispiel eine Outdoor-Jacke an. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird man dieselbe Jacke auf Facebook oder auch Instagram als Werbung anzeigt bekommen. Dieses „Phänomen“ kommt durch den Datenaustausch zustande. Gerechtfertigt und erklärt wird es mit „personalisierter Werbung“.

Passend zum Thema: So findest Du heraus, woher Facebook so viel über dich weiß!

Quelle: inFranken.de
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