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Facebook darf nicht auf Daten von Instagram und WhatsApp zugreifen

Claudia Spiess, 26. Juni 2020
Artikelbild: Shutterstock / AlexandraPopova
Artikelbild: Shutterstock / AlexandraPopova

Der Bundesgerichtshof fordert von Facebook, seinen Nutzern eine Wahlmöglichkeit zu geben, ob deren Daten von Instagram und WhatsApp gesammelt werden dürfen.

Facebook darf nicht auf Daten von Instagram und WhatsApp zugreifen – Das Wichtigste zu Beginn:

Der Bundesgerichtshof trifft eine klare Entscheidung, dass Facebook-Nutzern eine Wahlmöglichkeit offen stehen muss, was das Sammeln von Daten aus anderen Apps wie Instagram und WhatsApp betrifft.

Keine Wahlmöglichkeit für Nutzer

Facebook wird vorgeworfen, den Nutzern keine Wahl zu lassen, ob sie dem Sammeln und Zusammenführen von Daten aus Instagram, WhatsApp und anderen Diensten durch Facebook zustimmen.

Bereits Anfang 2019 hatte das Bundeskartellamt dies untersagt. Allerdings wurde von Facebook Berufung eingelegt, der das Oberlandesgericht Düsseldorf zustimmte. Damit wurde die Verfügung eingestellt.

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Aktuelle Entscheidung

Nun hat der Bundesgerichtshof die Verfügung wieder in Kraft gesetzt, da feststeht, dass Facebook hier seine marktbeherrschende Stellung schlichtweg ausnutzt.

Eine Datensammlung ist notwendig, um ein personalisiertes Nutzererlebnis bieten zu können. Doch muss den Nutzern freigestellt werden, ob sie dies in dieser Form möchten. Bisher hatten Facebook-User keine Möglichkeit, eine Wahl zu treffen.

„Als marktbeherrschender Netzwerkbetreiber trägt Facebook eine besondere Verantwortung für die Aufrechterhaltung des noch bestehenden Wettbewerbs auf dem Markt sozialer Netzwerke“, so der BGH.

Kein funktionierender Wettbewerb

Der Kartellsenat des BGH bezeichnete die Sammlung von Daten durch Facebook als „kartellrechtlich relevante Ausbeutung der Nutzer.“

Die Richter vermuten, dass es nur dann ein Angebot geben würde, das den Nutzern und ihren Bedürfnissen entspricht, würde es zwischen den sozialen Netzwerken einen funktionierender Wettbewerb geben.

Quelle: t3n.de
Artikelbild: Shutterstock / Von Primakov

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