Facebook: Betrüger wollen Profile übernehmen

Vorsicht: Facebook-Phishing mit Falschmeldung über ein entführtes Kind!

Tom Wannenmacher, 31. März 2022
Vorsicht: Facebook-Phishing mit Falschmeldung über ein entführtes Kind!
Vorsicht: Facebook-Phishing mit Falschmeldung über ein entführtes Kind!

In frei erfundenen „Entführungsgeschichten“ werden Nutzer auf Facebook, meist in Gruppen, in eine fiese Falle gelockt. Das Ziel der Betrüger: die Übernahme von Facebook-Konten bzw. Profilen!

Viele Facebook-Nutzer verbreiten aktuell einen Artikel über eine angebliche Entführung, die dazu noch scheinbar direkt in der Nähe seines Wohnortes stattfand. Jedoch handelt es sich um ein perfides Lockmittel: Es gibt diese Entführung gar nicht, durch Neugier jedoch geraten Nutzer in eine Phishing-Falle und können so Ihr Facebook-Profil, aber auch die damit in Verbindung stehenden Gruppen und Seiten verlieren, bei welchen sie Administratorenrechte besitzen.

Beispiel einer aktuellen Falschmeldung in einer Facebook-Gruppe:

Screenshot: Facebook

Der in den Facebook-Beiträgen beschreibende Text ist bewusst sehr allgemein gehalten, während die Überschrift der Artikelvorschau immer impliziert, dass es ganz in der Nähe geschehen sei. In diesem Falle Tirschenreuth.

Warnung!

Klickt oder eher tippt man auf den Link in den Facebook-Gruppen, dann wird man auf eine Seite umgeleitet, die im ersten Moment aussieht, wie die offizielle Login-Seite von Facebook.

Achtet man hier auf die URL, in diesem Falle beginnenden mit „info-world…..“ kann man eigentlich bereits erkennen, dass es sich nicht um jene von Facebook handelt, die mit “ https://www.facebook.com/ “ beginnt.

Hinweis: Die Geschichte des Statusbeitrages ist frei erfunden. Der Verweis zu dem vermeintlichen Bild führt auf eine gefälschte Facebook Login-Seite! Gibt man auf dieser seine Facebook-Anmeldedaten ein, so werden diese direkt in die Hände der Betrüger weitergeleitet. Zeitgleich wird ein Mechanismus ausgelöst, der diesen TEXT, ohne dass man dies direkt mitbekommt, in allen Facebook-Gruppen veröffentlicht wird, bei denen das Phishing-Opfer Mitglied ist. Bedeutet: Der Ersteller des Facebook-Beitrages ist nicht der Betrüger, sondern wurde selbst Opfer dieser Falle.

Gibt man nun hier seine E-Mail-Adresse sowie sein Facebook-Passwort ein, so landen im schlimmsten Fall die Zugangsdaten in den Händen der Betrüger und das Opfer kann auf sein Facebook-Konto nicht mehr zugreifen. Es passiert aber auch immer wieder, dass es sich quasi „nur“ um eine „Schnittstelle“ handelt. Indem man noch rasch versucht sein Passwort zu ändern, hat man noch gute Chancen sein Konto wieder zu bekommen. Hat man dies geschafft, dann dürfte auch der Spuk der Statusbeiträge vorbei sein, die immer wieder automatisch gepostet werden und wurden.

Solltest Du Opfer dieser fiesen Falle geworden sein, dann:

Solltest du deinen Benutzernamen und dein Passwort über diesen verdächtigen Link eingegeben hast, kann sich möglicherweise ein Dritter bei deinem Konto anmelden. Hier ein paar Maßnahmen, die du tun solltest:

Zudem aktiviere die zweistufige Authentifizierung

Die zweistufige Authentifizierung ist eine Sicherheitsfunktion, die zusätzlich zu deinem Passwort zum Schutz deines Facebook-Kontos beiträgt. Mit der zweistufigen Authentifizierung wirst du jedes Mal aufgefordert, einen speziellen Anmeldecode einzugeben oder deinen Anmeldeversuch zu bestätigen, wenn jemand versucht, von einem uns nicht bekannten Browser oder Mobilgerät auf Facebook zuzugreifen. Du kannst auch Anmeldungswarnungen erhalten, wenn jemand versucht, sich von einem uns nicht bekannten Browser oder Mobilgerät anzumelden.

So aktivierst oder verwaltest du die zweistufige Authentifizierung:

  1. Gehe zu deinen Sicherheits- und Login-Einstellungen.
  2. Scrolle nach unten zu Zweistufige Authentifizierung verwenden und klicke auf Bearbeiten.
  3. Wähle die Sicherheitsmethode aus, die du hinzufügen möchtest, und befolge die Anleitung auf dem Bildschirm.

Passend zum Thema:


Unabhängige Faktenchecks und Recherchen sind wichtig und richtig. Sie fördern Medienkompetenz und Bildung. 

Ein unabhängiges und für jeden frei zugängliches Informationsmedium ist in Zeiten von Fakenews, aber auch Message Control besonders wichtig. Wir sind seit 2011 bestrebt, allen Internetnutzern stets hochwertige Faktenchecks zu bieten.  Dies soll es auch langfristig bleiben. Dafür brauchen wir jetzt Deine Unterstützung!

Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

weitere mimikama-Artikel