Ex-„In Extremo“-Mitglied Boris Pfeiffer starb nicht durch Polizeigewalt

Annika Hommer, 4. Februar 2022
Artikelbild: gguy / Shutterstock.com
Artikelbild: gguy / Shutterstock.com

Das ehemalige Mitglied der Mittelalter-Band „In Extremo“, Boris Pfeiffer, ist am 24. Januar völlig unerwartet im Alter von 53 Jahren verstorben. Todesursache war nicht übermäßige Polizeigewalt, sondern ein Herzinfarkt.

Pfeiffer brach nach einem „Montags-Spaziergang“ in Wandlitz auf dem Weg zu seinem Auto zusammen und starb am gleichen Abend im Krankenhaus. Die Umstände seines Todes werden nun in den sozialen Medien genutzt, um die angebliche Eskalation von Polizeigewalt gegenüber friedlichen Demonstranten und Gegnern der Corona-Maßnahmen zu dokumentieren. Unter anderem kursiert ein Video, dass Pfeiffer in einer Auseinandersetzung mit Polizeikräften zeigt. Diese wird als ursächlich für seinen Tod bezeichnet.

Fakten zu Pfeiffers Tod

  • Boris Pfeiffer ist am 24. Januar nach einem Montagsspaziergang in Wandlitz zunächst zusammengebrochen und später am Abend im Krankenhaus verstorben.
  • Ein Video, das ihn in einer körperlichen Auseinandersetzung mit Polizisten am Rande einer Demo zeigt, ist am gleichen Tag, jedoch bei einer anderen Gelegenheit und an einem anderen Ort, nämlich in Bernau, entstanden. Nicht in Wandlitz.
  • Laut Obduktionsbericht ist die Todesursache eine „rezidivierender“, also wiederholter Herzinfarkt als Folge einer unerkannten Herzmuskelentzündung. Es liegen keine Hinweise auf körperliche Gewalt vor (HIER).
  • Pfeiffer ist nicht durch Polizeigewalt umgekommen, sondern einer natürlichen Todesursache erlegen. Dies ist durch den Obduktionsbericht belegt .

Irreführende Berichterstattung

  • Pfeiffer war an diesem Tag bei zwei verschiedenen Veranstaltungen, sog. Anti-Corona-Spaziergängen, in Bernau und in Wandlitz. Bei beiden Gelegenheiten war er in Auseinandersetzungen mit der Polizei verwickelt. Während er in Bernau angeblich von der Polizei zu Boden geschubst wurde, hinderte die Polizei ihn in Wandlitz zweimal am Durchbrechen einer Absperrung. Er war erst in Bernau, später am Tag dann in Wandlitz.
  • Durch Rechtsextreme wird u.a. durch ein irreführendes Video der Eindruck erweckt, Pfeiffer sei an den Folgen von übermäßiger Polizeigewalt im Rahmen der Demo in Wandlitz verstorben. Das Video ist aber bereits früher in Bernau entstanden.

Story: Boris Pfeiffer eines natürlichen Todes gestorben

Boris Pfeiffer nahm am Montag, 24. Januar, an einem Corona-Gegner-Spaziergang mit ca. 200 weiteren Teilnehmern in Wandlitz teil. Diese wurde durch die Polizei aufgelöst und es kam zu einer Auseinandersetzung mit der Polizei, als Pfeiffer zweimal eine Polizei-Absperrung durchbrechen wollte. Nach Angaben der Polizei wurde leichte körperliche Gewalt angewandt, d.h. Pfeiffer wurde angehalten und weggedrückt. (HIER). Nach den bisherigen Erkenntnissen habe die Polizei keine unverhältnismäßige Gewalt eingesetzt, heißt es in der Mitteilung des Präsidiums (HIER).
Als Pfeiffer im Anschluss an die Demonstration mit seiner Lebensgefährtin zu seinem Auto zurückkehrte, brach er zusammen und wurde sofort ins Krankenhaus gebracht, wo er später verstarb.
Aus dem mittlerweile veröffentlichten Obduktionsbericht geht eindeutig hervor, dass Boris Pfeiffer an einer Herzmuskelentzündung litt und in der Vergangenheit bereits mehrere Herzinfarkte erlitten haben muss. Den letzten hat er schließlich nicht mehr überlebt. Der Musiker war zudem an Asthma vorerkrankt. Laut seiner Lebensgefährtin wusste der Musiker aber nichts von den vorangegangenen Herzinfarkten.
Das Video, das angeblich Polizeigewalt zeige, die zu Pfeiffers Tod geführt haben solle, ist definitiv nicht bei der Demo in Wandlitz entstanden. Dies wurde durch die Polizei Brandenburg und durch die Gemeindeverwaltung Wandlitz bestätigt. Laut Obduktionsbericht liegen auch keine Hinweise auf Gewaltanwendung bzw.  Fremdeinwirkung mit Todesfolge vor. Boris Pfeiffer ist eines natürlichen Todes gestorben.
 
 


Unabhängige Faktenchecks und Recherchen sind wichtig und richtig. Sie fördern Medienkompetenz und Bildung. 

Ein unabhängiges und für jeden frei zugängliches Informationsmedium ist in Zeiten von Fakenews, aber auch Message Control besonders wichtig. Wir sind seit 2011 bestrebt, allen Internetnutzern stets hochwertige Faktenchecks zu bieten.  Dies soll es auch langfristig bleiben. Dafür brauchen wir jetzt Deine Unterstützung!

Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

weitere mimikama-Artikel