Aktuelles

„Erste zeitfreie Zone“ war ein Fake

Ralf Nowotny, 28. Juni 2019
Artikelbild: Gts / Shutterstock

Eine norwegische Insel hat beschlossen, die Zeitzonen abzuschaffen und die erste zeitfreie Zone zu werden.

So berichteten zumindest mehrere Medien Mitte Juni 2019. Auf der Insel Sommarøy (auf Deutsch: „Sommerinsel) bei Tromsø im hohen Norden scheint an 69 Tagen im Jahr die Sonne durchgehend, für die 350 Bewohner der Insel ist die Uhrzeit nur etwas Beiläufiges, der Wunsch der Bewohner soll sein, sich nicht von Uhrzeiten diktieren zu lassen.

Es war nur ein PR-Gag

Anfang Juni gab es eine offizielle Presseerklärung, dass die Insel künftig eine zeitfreie Zone werden wird. Noch solle allerdings eine Petition unter den Einwohnern entscheiden, ob dieser Schritt gemacht wird.
Doch nachdem „Aftenposten“ und „NRK“ die Meldung bereits als PR-Gag entlarvten, fragten Reporter des „Spiegel“ selbst noch einmal nach und bekamen die Bestätigung von Kjetil Svorkmo Bergmann, Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung von Innovation Norway.

So habe sich Kjell Ove Hveding, Teilhaber eines Hotels auf Sommarøy, besonders für die Idee begeistert. Er wurde von Innovation Norway gefragt, ob er und andere Bewohner der Insel als eine Art Botschafter für die Insel agieren würden, mit der Botschaft, dass Zeit in den Sommermonaten auf der Insel eher bedeutungslos ist.

[mk_ad]

Es wurde zusammen mit einer PR-Agentur ein Plan entworfen, der einige Marketingideen hervorbrachte: Videos von Bewohnern, die ihre Uhren zerstören, eine angebliche Petition (von der die meisten Bewohner nicht einmal etwas wussten), eine eigene Facebookseite.
Ziel des Ganzen war eigentlich nur, Norwegen als Urlaubsziel attraktiver zu machen, da durch einen fiktiven Wegfall der Zeit auch der Urlaub entschleunigt wird.

Womit sie allerdings nicht rechneten: die mit einem Augenzwinkern gestartete Aktion wurde von der internatiolen Presse begeistert aufgenommen und weiter verbreitet, so dass sich Innovation Norway dazu gezwungen war, über den versehentlichen Fake aufzuklären.

„Das Ziel war, mit einer unkonventionellen Kampagne Aufmerksamkeit für Norwegen als Reiseland zu erregen. Wir entschuldigen uns, es ist nie unsere Absicht gewesen, einen falschen Eindruck entstehen zu lassen.“

so Kjetil Svorkmo Bergmann von Innovation Norway.

Laut dem „Spiegel“ beliefen sich die Kosten der PR-Aktion auf etwa 50.000 Euro. Die Marketingfirma befürchtet nun einen Imageschaden sowohl für sich selbst als auch für die Insel.

Der Autor dieses Artikels meint: Irgendwie macht der Gedanke hinter dieser Aktion, die Entschleunigung des Alltags, die Norweger noch sympathischer!

Artikelbild: Gts / Shutterstock


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

weitere mimikama-Artikel