Aktuelles

Erpressung nach Videochat über Dating-Plattform

Kathrin Helmreich, 16. August 2018
Erpressung nach Videochat über Dating-Plattform
Erpressung nach Videochat über Dating-Plattform

Vorsicht im Umgang mit Dating-Plattformen!

Wie die Polizei Westpfalz berichtet, verständigte in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ein 25-Jähriger die Polizei, um eine Erpressung anzuzeigen.

Der junge Mann lernte über eine Dating-Plattform eine Frau kennen. Nach längerem Chatten rief die ihm bis zu diesem Zeitpunkt fremde Frau per Videochat bei ihm an. Beide entblößten sich vor der Webcam.

Die mutmaßlich Beschuldigte zeichnete den Videochat allerdings auf und drohte dem jungen Mann, einiger Bilder davon an Verwandte weiterzuleiten, wenn er ihr nicht eine geforderte Geldsumme überweisen würde.

Die Polizei ermittelt und empfiehlt: Besondere Vorsicht im Umgang mit Dating-Plattformen!

Was tun bei Erpressung?

Wer in die Falle solcher Damen getappt ist, sollte den Kontakt mit den Verbrecher/innen abbrechen, sie blockieren und ihre Profile melden. Von einer Zahlung an die Täter/innen ist dringend abzuraten, denn andernfalls besteht die Gefahr, dass diese weitere Geldforderungen stellen.

Kommt es zu einer Veröffentlichung des Videos, ist das kein Grund zur Sorge, denn eine Meldung an die Websites führt in aller Regel bereits dazu, dass dieses unverzüglich entfernt wird. Die Watchlist Internet rät:

Tipp: Wie Sie unangemessene Inhalte auf YouTube melden können, lesen Sie hier nach.

Tipp: Wie Sie einen Missbrauch und Verstöße auf Vimeo.com melden können, lesen Sie hier nach.

In der Praxis kommt es vor, dass Masturbations-Videos auf pornographischen Streaming-Plattformen veröffentlicht werden. In aller Regel führt eine Meldung an diese ebenfalls zu einer Entfernung der Videos. Wie Sie auf den pornographischen Streaming-Plattformen erpresserische Inhalte melden können, entnehmen Sie am besten ihren „Häufig gestellten Fragen“ (FAQ).

Gelingt es Ihnen nicht, die Videos selbstständig zu entfernen, wenden Sie sich an den Internet Ombudsmann. Er kann Ihnen dabei behilflich sein. Zu guter Letzt ist es wichtig, dass Sie Strafanzeige bei der Polizei erstatten und mit ihr das weitere Vorgehen besprechen.

Tipp: Damit Sie in Zukunft nicht von unerwünschten Videoaufnahmen überrascht werden, richten Sie einen Google-Alert ein. Er führt dazu, dass Sie Benachrichtigungen darüber erhalten, wenn es Inhalte mit Ihrem Namen im Internet gibt. Wie Sie einen Google-Altert einrichten können, lesen Sie hier (PDF, 2,9 MB).

Mehr zu dem Thema unter: Erpressung mit Masturbations-Videos!


Unabhängige Faktenchecks und Recherchen sind wichtig und richtig. Sie fördern Medienkompetenz und Bildung. 

Ein unabhängiges und für jeden frei zugängliches Informationsmedium ist in Zeiten von Fakenews, aber auch Message Control besonders wichtig. Wir sind seit 2011 bestrebt, allen Internetnutzern stets hochwertige Faktenchecks zu bieten.  Dies soll es auch langfristig bleiben. Dafür brauchen wir jetzt Deine Unterstützung!

Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

weitere mimikama-Artikel