Vorsicht: Erpressung via E-Mail, um Bitcoins zu ergaunern

Claudia Spiess, 22. März 2021
Erpressung via E-Mail, um Bitcoins zu ergaunern
Artikelbild: Minerva Studio / Shutterstock

Betrügerische Erpressungsmails kursieren wieder. Darin behaupten Kriminelle, höchst heikle Videos zu besitzen, die einen beim Porno-Konsum zeigen.

Trudelt ein E-Mail mit einer Erpressung ein, in dem behauptet wird, du würdest „Webseiten für Erwachsene besuchen“ und man hätte dich beim Masturbieren gefilmt, sei vorsichtig. Diese Masche gibt es bereits länger, wir haben bereits mehrmals darüber berichtet, wie z.B. HIER.

Hier werden Massen von Mails an unzählige Mail-Adressen versendet. Somit hoffen die Absender, ein paar Nutzer mit dem Inhalt so sehr zu verunsichern, um ihr Ziel zu erreichen.
Und dieses ist in diesem Fall die Überweisung eines 4-stelligen Betrages auf ein Bitcoin-Konto.

Sextortion – Erpressung via E-Mail

„Ich habe eine schlechte Nachricht für Sie. Vor ein paar Monaten habe ich Zugriff auf Ihre Endgeräte, die Sie zum Surfen im Internet verwenden, erhalten. Danach habe ich begonnen, Ihre Internetaktivitäten zu verfolgen.“

Anschließend folgt eine Erklärung, wie der Zugriff erfolgt sein soll. Von Hackern wurden Zugänge zu Mail-Konten gekauft, was ein Einloggen in die jeweilige Mail-Adresse ermöglichte. Ein Trojaner wurde installiert und weiters Zugriff auf sämtliche Endgeräte wie Mikro, Kamera und Tastatur erlangt. Sämtliche Informationen, Daten, Social Network-Daten, E-Mails, Chat-Verläufe und auch Kontaktlisten konnten heruntergeladen werden.

Was die Betrüger damit anfangen wollen: Heikle Informationen in Form von Videos, die einen beim Konsum von Porno-Webseiten und -Videos zeigen, während man dazu masturbiert seien vorhanden. Damit die Kriminellen einen Nutzen davon hätten, drohen sie damit, dies alles an sämtliche Kontakte weiterzusenden oder sogar öffentlich zu machen.

Um dem zu entgehen, folgt die Erpressung: Man solle 1650 Euro in Form von Bitcoins überweisen. Danach werde „dieses ganze schmutzige Zeug“ gelöscht, die Schadsoftware auf den Geräten deaktiviert und gelöscht. Dafür hätte man 48 Stunden Zeit.

Man sollte natürlich niemanden darüber informieren, schon gar nicht zur Polizei gehen, denn dann würde „das schmutzige Zeug“ auch sofort veröffentlicht.

Sinn für Humor haben die Absender auch noch, denn am Ende des Mails raten sie dazu, sich nicht mehr in ähnliche Situationen verwickeln zu lassen und seine Passwörter regelmäßig zu ändern. – Dies ist allerdings auch schon die einzig sinnvolle Aussage in diesem Mail.

Bezahlen? Nein!

Erstens kann man nicht davon ausgehen, dass die Erpresser dann alles löschen und die ganze Sache vergessen. Auch, wenn das im Mail angekündigt und versprochen wird. Im Gegenteil: Meist zeigt man mit einer Zahlung, dass man auch noch auf weitere Forderungen einsteigen würde, die dann sehr oft auch bald eintreffen.

Es handelt sich um einen Erpressungsversuch, diesen sollte man umgehend bei der nächsten Polizeidienststelle oder online melden.

Es gibt auch Webseiten, auf denen man selbst checken kann, ob die eigene Mailadresse in geleakten Datenbanken auftaucht:

Doch Vorsicht: Die Seiten erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Auch werden geleakte Datenbanken oftmals erst Monate oder sogar Jahre später bekannt. Man kann sich daher leider nicht komplett in Sicherheit wiegen, wenn die eigene Mailadresse nicht in den Datenbanken auftaucht.

Fazit

In den meisten Fällen handelt es sich bei solchen E-Mails um reine Erpressungsversuche. Die Kriminellen besitzen kein pikantes Videomaterial, sondern werfen damit nur die Angel nach potentiellen Opfern und Zahlungswilligen aus.

Da man diese Möglichkeit allerdings nie komplett ausschließen kann, ist es mehr als sinnvoll, einen solchen Erpressungsversuch der Polizei zu melden.

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