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Die erfundene Spedition beim Autokauf

Kathrin Helmreich, 3. Oktober 2019
Die erfundene Spedition beim Autokauf
Die erfundene Spedition beim Autokauf

Wer sein neues Auto über eine Kleinanzeigenplattform kauft, sollte besonders aufmerksam sein und den Kauf über keine Spedition abwickeln.

Auf der Suche nach günstigen Gebrauchtautos, Wohnmobilen, Motorrädern oder Oldtimern sind Kleinanzeigenplattformen häufig die beste Option.

Unser Kooperationspartner Watchlist Internet rät jedoch: Seien Sie vorsichtig, wenn Ihr Gegenüber sich angeblich im Ausland befindet und der Kauf über eine Spedition abgewickelt werden soll. Meist handelt es sich hierbei um Kriminelle, die Ihnen das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Das versprochene Gefährt erhalten Sie nie!

Immer wieder erreichen uns bei der Watchlist Internet Meldungen verzweifelter KonsumentInnen, die nach einem Autokauf auf einer Kleinanzeigenplattform Geld an ein erfundenes Speditionsunternehmen überwiesen haben. Nehmen Sie sich daher in Acht vor Angeboten auf Kleinanzeigenplattformen, wenn:

  • sich das Gefährt und die VerkäuferInnen plötzlich im Ausland befinden.
  • Sie die Ware nicht vor einer Zahlung besichtigenkönnen.
  • der Verkaufspreis weit unter Marktniveau liegt.
  • der Kauf auf Kosten der BesitzerInnen über eine Spedition abgewickelt werden soll und diese auch als Treuhandunternehmen fungiert.

Die erfundene Spedition fd-courier. com

Eine der zahlreichen erfundenen Speditionen ist auf fd-courier. com zu finden. Die Website ist sehr aufwendig aufgebaut und könnte durchaus für echt gehalten werden. Erst bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass einige Inhalte nicht schlüssig sind.

So sind beispielsweise keine ausführlichen Impressumsangaben zu finden und auf einer Google Maps Karte markierte Punkte sind mitunter mitten in Wohngebieten oder auf Feldern platziert. Weiters behauptet man, dass das Unternehmen bereits viele Jahre besteht. Nachforschungen zeigen aber, dass die Website erst seit wenigen Monaten besteht. Darüber hinaus ist sie in der Ukraine registriert, wo das Unternehmen gar keinen Sitz hat.

fd-courier.com: Eines von vielen Fake-Speditionsunternehmen. / Quelle: Watchlist Internet
fd-courier. com: Eines von vielen Fake-Speditionsunternehmen. / Quelle: Watchlist Internet

Spedition als Treuhand?

Die Betrugsmasche folgt meist folgendem Muster: Die Ware befindet sich aufgrund komplizierter Umstände (Beruf, Umzug, Krankheit, Studium etc.) im Ausland und kann deshalb nicht besichtigt werden. Man garantiert Ihnen aber, den Kauf über ein völlig unabhängiges Speditionsunternehmen abzuwickeln. Dadurch seien Ihr Geld und die Ware sicher.

Darüber hinaus gewährt man Ihnen eine Frist zur Besichtigung der Ware nach der Zustellung. Sollte Ihnen beispielsweise das Auto nicht gefallen, können Sie es einfach kostenlos über die gleiche Spedition zurücksenden und erhalten Ihr Geld retour.

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Wenn Sie in das Vorgehen einwilligen, schickt man Ihnen im Namen des erfundenen Speditionsunternehmens einen Treuhandvertrag inkl. Rechnung zur Zahlung des gesamten Betrages zu. Sie sollen das Geld auf ein angegebenes Konto überweisen und leiten dadurch vermeintlich den Transport ein.

Nicht zahlen – Abstand nehmen!

Sollten auch Ihnen derartige Angebote unterbreitet werden, nehmen Sie umgehend Abstand, brechen Sie den Kontakt ab und überweisen Sie das Geld auf keinen Fall. Sie werden das versprochene Auto nie erhalten und verlieren Ihre Zahlung. Sobald das Geld auf dem Zielkonto eingegangen ist, besteht in aller Regel auch keine Möglichkeit zur Rückholung mehr.

Sie sind betroffen?

Sollten Sie Opfer der Betrugsmasche geworden sein, ist polizeiliche Anzeige notwendig. Weiters können Sie versuchen, Kontakt zu Ihrer Bank aufzunehmen und um Rückholung der Beträge bitten. Allerdings ist dieses Service häufig kostenpflichtig und die Chancen auf Erfolg sind äußerst gering.

Beratung & Hilfe:

Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die wir auf der Seite „Beratung & Hilfe“ für Sie aufgelistet haben: www.watchlist-internet.at/beratung-hilfe

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