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Aus 1 wird 5: Die versuchte Kindesentführung am Tiergarten

Ralf Nowotny, 21. Juni 2019
Artikelbild: Shutterstock / Von Landscape Nature Photo

Eine tatsächliche versuchte Kindesentführung wird durch das „Stille Post“-Prinzip zu einer Bandentätigkeit.

So berichteten unter anderem „vienna.at“ und „heute.at“ von einer 32-jährigen Wienerin, welche am 9. Juni mit ihren beiden Kindern den Tiergarten Schönbrunn besuchen wollte.
Als die Frau mit ihren Kindern in Richtung Zoo abbog, soll eine etwa 50-järige Asiatin versucht haben, im Menschengetümmel die 4-Jährige Tochter wegzuziehen.
Die Mutter bemerkte es, wurde laut, die Unbekannte sagte auf Deutsch „Nur Spass“ und verschwand mit einem Mann in der Menschenmenge

Die Mutter meldete den Vorfall am 11. Juni, nach Pfingsten, bei der Polizei, die Staatsanwaltschaft ermittele nun gegen Unbekannt.
An dieser Stelle könnte der Artikel nun enden, wenn es denn nicht das „Stille Post“-Prinzip gäbe, denn auf Facebook wurde über die vermeintliche versuchte Kindesentführung diskutiert… und die Geschichte weitergesponnen.

Aus 1 wird 5

Aus dem Vorfall hat sich nun ein Kettenbrief entwickelt, der aus einer unbekannten Person nun eine Bande von fünf Personen macht, zudem soll sogar ein Kind vermisst sein.

Screenshot: mimikama.at

„WICHTIGE INFO!!!

Betrifft Tiergarten Schönbrunn

In der letzten Woche wurden 5 Kleinkinder von einer Dame angesprochen, 1 Kind wird seitdem vermisst. Die Polizei arbeitet auf Hochtouren.

Es soll sich um eine Bande von 1 weiblichen und 4 männlichen Personen handeln… Bitte teilt es euren Freunden mit und lässt eure Kinder nicht aus den Augen, auch wenn sie noch im Kinderwagen sitzen.“

Gerade bei solch gehäuften Fällen sollte man meinen, dass es eine offizielle Pressemitteilung und Warnung seitens der Polizei Wien gibt, doch weder bei den Pressemitteilungen, noch auf deren Twitteraccount findet sich diesbezüglich etwas.

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Sehr ungewöhnlich, wenn man bedenkt, dass der unbekannte Ersteller des Kettenbriefs behauptet, dass die Polizei auf Hochtouren an den Vorfällen arbeiten würde!

Fazit

Tatsächlich gab es zwar eine versuchte Kindesentführung am Pfingstwochenende, jedoch hat diese nichts mit dem Tiergarten zu tun.

https://www.facebook.com/zoovienna/posts/2186623641392929

Der daraus nun nun verbreitete Text, in dem plötzlich von fünf Kindern, einer fünfköpfigen Bande und einem vermissten Kind geschrieben wird, dessen Quelle zudem auch noch unbekannt ist, muss als Kettenbrief eingeordnet werden, dessen Inhalt nicht der Wahrheit entspricht und nur der Panikmache dient.


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
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