Entführung eines Kindes? Der „Fall Maria“ stammt aus dem Jahr 2013

Kathrin Helmreich, 10. Juni 2020
Entführung eines Kindes? Der "Fall Maria" stammt aus dem Jahr 2013
Entführung eines Kindes? Der "Fall Maria" stammt aus dem Jahr 2013

Im Jahr 2013 ging die mutmaßliche Entführung eines kleinen blonden Mädchens aus Griechenland um die Welt.

Wir erhielten eine Anfrage zu Maria, dem kleinen blonden Roma-Mädchen aus Griechenland, welches 2013 bei einer Razzia von der Polizei entdeckt wurde. Aktuell kursiert ein Artikel ohne Zeitangabe, das erweckt den Anschein, der Fall wäre aktuell:

Anfrage zu einem entführten Mädchen
Anfrage zu einem entführten Mädchen

Entführung: Wem gehört dieses Mädchen?

Der Faktencheck

Der angefragte Artikel befindet sich innerhalb eines Livetickers, bei dem das Datum leider nicht ersichtlich ist. So wirkt der Fall aktuell, was er aber nicht ist. Der Artikel stammt aus dem Jahr 2013 und das Mädchen heißt Maria. (wir berichteten)

Sie wurde im Oktober 2013 von der griechischen Polizei in einem Roma-Lager der Stadt Farsala entdeckt, da das Aussehen der Kleinen in keiner Weise zum Aussehen der angeblichen Eltern passte. Ein DNA-Test bestätigte die Vermutung der Beamten. Das Paar wurde mit Verdacht auf Entführung in Untersuchungshaft genommen.

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Die Interpol half bei der Identifizierung des Mädchens. Die leiblichen Eltern von Maria stammen aus Bulgarien, die Mutter bestreitet, das Kind verkauft zu haben und wollte es später wieder zurückhaben. Sie habe es aus finanzieller Not aus den Händen gegeben. Sie erzählte gegenüber der Presse, dass Maria sieben Monat alt gewesen sei, als sie Griechenland verlassen hätten müssen und keine Papiere für das Mädchen gehabt hätten. Deshalb habe sie das Baby einer kinderlosen Frau überlassen.

Die bulgarische Kinderschutzbehörde versuchte Maria nach Bulgarien zurückzuholen, wo sie dann in einer anderen Familie bzw. in einem SOS-Kinderdorf weiterleben sollte. Zu dem Zeitpunkt lebte Maria bereits in Obhut der griechischen Hilfsorganisation „Kinderlächeln“ mit Sitz in Athen. Die leiblichen Eltern haben das Kind schlussendlich nicht zurückgenommen. [Stand 2014]

Der weitere Verbleib nach 2014 ist unbekannt.

Fazit:

Es handelt sich um einen mutmaßlichen Entführungsfall aus dem Jahr 2013, der durch eine fehlende Zeitangabe, aktuell wirkt. Die leiblichen Eltern des Kindes konnten identifiziert werden. Sie nahmen das Kind jedoch nicht zurück. Maria verblieb in der Obhut einer Hilfsorganisation in Griechenland.

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Quellen: die Presse, derStandard


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