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Faktencheck: Vater von Carola Rackete verkauft keine Waffen

Andre Wolf, 2. Juli 2019
Vorschaubild: sea-watch.org
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Derzeit erreichen uns viele Anfragen zum Vater der Kapitänin der Sea-Watch3, Carola Rackete, der angeblich Waffen verkaufen soll.

Hintergrund ist, dass Kapitänin Rackete am Wochenende in Italien verhaftet wurde, nachdem sie Gerettete an Land brachte. Ihre Wahl, die Menschen entweder nach Tripolis zu bringen, welches rechtswidrig gewesen sei oder eben ohne Erlaubnis in Lampedusa abzusetzen wird derzeit viel diskutiert (Mehr dazu bei der Tagesschau).

Uns erreichten Anfragen zu Beiträgen wie diesen:

„Dass der Vater der Sea-Watch3 Kapitänin Carola Rackete als Berater der Mehler Engineerd Defence GmbH arbeitet und sein Geld mit Waffenverkäufen verdient, ist nur Nebensache und hat nichts mit Doppelmoral zu tun, richtig?“

Vater verkauft Waffen?

Im Zuge dieser Debatte wird der Post verbreitet, dass ihr Vater „Geld mit Waffenverkäufen“ verdienen würde. Ihr Vater, Ekkehart Rackete, 74 ist pensionierter Oberstleutnant der Bundeswehr und Ingenieur. Er ist wirklich Senior Consultant, also Berater bei einem Unternehmen namens Mehler Engineered Defence GmbH.

Dieses Unternehmen stellt nach Eigenauskunft jedoch keine Waffen her, sondern Materialien zum Schutz von Menschen vor Munition und Granatsplittern etc (Quelle). Sie sind an der Entwicklung und Konstruktion, sowie an der Prüfung und Testung der Produkte beteiligt.

[Nachtrag 04.07.2019] Auch die Herstellung von Schutzsystemen für Waffen, Panzer und Kriegsschiffen, gehören zum Tätigkeitsfeld des Unternehmens.

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Dabei handelt es sich um kugelsichere Westen, Uniformen für Bomben-Entschärfer, Schutzsyteme für Waffen und ähnliches. Es handelt sich zwar um Produkte aus der Rüstungsindustrie, jedoch stimmt es nicht, dass er Geld mit Waffenverkäufen verdiene.

Während seiner aktiven Zeit in der Bundeswehr war er hingegen in der Raketenforschungsabteilung tätig, der Focus zitiert hier Ekkehard Rackete:

„Meine Tochter ist zielstrebig und analytisch. Ich hätte sie sehr gern als Offizier in meiner Raketenforschungsabteilung bei der Bundeswehr gehabt“, so der Oberstleutnant a.D..

„Sippenhaft“?

Des Weiteren bleibt natürlich auch die Frage, was die Tätigkeit des Vaters eigentlich mit den Taten der Tochter zu tun haben soll und inwieweit sie dafür verantwortlich ist.

Es dürfte sich daher um ein reines Stilmittel zur Meinungsbildung handeln, wenn in diesem Kontext die Tätigkeiten naher Verwandter herangezogen werden, um bewusst eine Person zu diskreditieren.

Artikelbild: Presse / sea-watch.org


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