Ein Topf voller Körperteile? – Nein!

Ralf Nowotny, 31. Juli 2018
Ein Topf voller Körperteile? - Nein!
Ein Topf voller Körperteile? - Nein!

Ein Video auf Facebook soll etwas Unfassbares zeigen: Ein Mann hockt vor einem Kochtopf voller menschlicher Körperteile.

Hier sehen wir zwei Bilder aus dem Video:

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Angeblich entstand das Video in einer englischsprachigen Region in Kamerun, der Mann im Video sagt in einer Pidgin-Sprache:

„Wenn du schonmal Fleisch gegessen hast, aber noch niemals das hier, dann hast du noch nie Fleisch gegessen.“

Demnach müste das Video im Nordwesten oder Südwesten Kameruns gedreht worden sein. Tatsächlich führen dort Separatisten und kamerunische Sicherheitskräfte einen Krieg gegeneinander. Doch wird hier echtes Bildmaterial aus der Region gezeigt?

„Nollywood“

Ihr kennt Hollywood. Viele kennen auch Bollywood, der Begriff für Filme aus Bombay in Indien. Aber kennt ihr auch Nollywood? Das ist nämlich der Begriff für Filme aus Nigeria. Und dort finden wir auch den Ursprung jenes Videos.

Hier haben wir das Video auf Instagram gefunden. Die Beschreibung des Videos auf Deutsch:

„Das sind prothetische Körperteile für einen Film“

Hakeem Onilogbo ist Makeup-Artist. Er hat auch einen Instagram-Account unter dem Namen „hakeemeffect„. Auch der Mann in dem Video ist im Internet vertreten. Sein Name ist Uche Mbachu, sowohl auf Facebook als auch auf Instagram findet man Setbilder aus den Dreharbeiten des Films „Omambala„. Jener befindet sich noch in Produktion, ein Vorschaubild zeigt jedoch schonmal, was einen erwartet:

Screenshot backendscoop
Screenshot backendscoop

Uche Mbachu wurde natürlich wegen dem kursierenden Video ebenfalls oft angesprochen und klärt auf seinem Facebook-Account darüber auf:

Screenshot Facebook
Screenshot Facebook

„Bitte ignoriert jedes Video, in dem behauptet wird, dass ich menschliches Fleisch esse. Es ist nur ein Film namens „Omambala“, der bald veröffentlich wird“

Fazit

Nein, in dem Video werden nicht wirklich menschliche Körperteile gekocht. Es handelt sich um Dreharbeiten für einen nigerianischen Film namens „Omambala“.

 


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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
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