Grüne äußert Verständnis für Mord? Fake! Es ist sogar ein Doppelfake!

Andre Wolf, 18. Januar 2018

Der Blog „Halle-Leaks” ist ja schon öfter für die Veröffentlichung von… sagen wir mal „schwierigen Sharepics” aufgefallen.

Doch eines dieser Sharepics, das sich immer noch hartnäckig durchs Netz treibt, ist ein lupenreiner Fake. Hier ist der Betreiber der Seite schlichtweg auf ein Satireprojekt hereingefallen. „Grüne äußert Verständnis für den Mord an Maria aus Freiburg. Abscheulich”.

Das Bild sowie die Veröffentlichung des Artikels auf der Webseite Halle-Leaks, kann man auf den  7. Dezember 2016 datieren. Man muss hierzu auch sagen, dass der Artikel redaktionell im Nachhinein erweitert wurde Man liest: TEILEN! – Auch wenn der Moselkurier mittlerweile zurückrudert und diesen Post als „erfunden“ deklariert, geht diese Äußerung konform mit der Denke der meisten Grünen.

Klare Ansage, es geht also letztendlich nicht um einen Fakt, sondern um eine Ansicht. Trotz inhaltlichem Zusatz existiert das Sharepic also weiter.

Gleichzeitig existiert dieses Bild nun losgelöst von seinem ursprünglichen Inhalt als Sharepic, in dem man nicht mehr direkt, bzw. nicht ohne deutlicher hinzuschauen, erkennen kann, dass es sich um einen erfundenen Tweet handelt. Es gibt jedoch drei Punkte, die den Fake auch ohne Quellenangabe entlarven:

1. Der Name

Es gibt keine Politikerin der GRÜNEN, die diesen Namen trägt. Eine einfache Google-Suche nach dem Namen bringt kein Ergebnis in diese Richtung [1].

2. Der Tweet

Wer bereits mit Twitter in Berührung gekommen ist, erkennt direkt: So einen Tweet kann es nicht geben! Twitter hat eine Begrenzung von maximal 140 Zeichen pro Tweet, dieser angebliche Tweet liegt mit 191 Zeichen weit darüber.

Ergänzung: Mittlerweile beträgt die Länge eines Tweets 280 Zeichen, zum damaligen Zeitpunkt 2016 gab es noch die 140 Zeichen Beschränkung.

3. Das Foto

Die Suche nach dem Gesicht der angeblichen Grünen hat ergeben: Es handelt sich um ein sogenanntes Stockfoto, also ein Bild aus einer Bilderdatenbank. Dieses Foto ist beispielsweise bei Pixabay zu finden und wird auf einer Vielzahl von Webseiten verwendet [2].

Moselkurier – wer war das nochmal?

Bei dem Mosel-Kurier handelte es sich um ein Fake-Fake-News Projekt (ja, zwei Mal Fake). Dies haben wir schon in einem anderen Artikel beschrieben: Nach Angabe im Impressum der Seite “Moselkurier” ist ein “Alfonso Mbambe” für den Inhalt verantwortlich. Hierzu gibt es auch ein ganz tolles Erklärvideo, wer dieser Alfonso sein soll.

Dieses Video ist natürlich ebenso Unsinn. Der Moselkurier war ein Projekt des Bohemian Browser Ballet.


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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