Der eBike Fake!

Andre Wolf, 28. Dezember 2018
Der eBike Fake!
Der eBike Fake!

Da wird fröhlich gemogelt und gelogen!

Hinweis: Wir haben nachstehendes Facebook-Gewinnspiel geprüft. Da dieses nicht den Kriterien der Facebook-Gewinnspielrichtlinien entspricht, wurde es als negativ eingestuft. 

Fake-Gewinnspiele auf Facebook sind schon ein Ärgernis. Speziell seit der Reichweitendrosselung durch Facebook für Seiten hat sich die Anzahl der Fake-Gewinnspiele stark erhöht. Man kann hier nur mutmaßen, dass durch ein massenhaftes Auftreten von Fake-Gewinnspielen eine fehlende Reichweite kompensiert werden soll.

Und bei all diesen Fakes gehört natürlich auch eine gehörige Portion Trickserei dazu, wie zum beispiel das Erfinden von Verifizierungen:

Screenshot des aktuellen Fake-Gewinnspieles:

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

So läuft das Ganze ab:

Auch in diesem Spiel geht es einzig darum, eine bestimmte Viralität zu bekommen. Die Teilnehmer sollen den Beitrag liken, teilen und kommentieren soll, sowie der gesamten Facebookseite ein Like zu geben. Das dient natürlich dazu, dieses Spiel so weit wie möglich zu verbreiten. Das ist der erste Schritt in auch diesem klassische in 3 Schritten verlaufenden Gewinnspiel, den wir als Köder bezeichnen.

Das zentrale Element ist an dieser Stelle jedoch der Kommentar, den man unter dem Spiel verfassen soll:

Es spielt bei diesem Gewinnspiel interessanterweise eine Rolle, welchen Kommentar man hinterlässt. Nach dem Hinterlassen des Kommentars „eBike“, wird man von über den Messsenger angeschrieben. Es handelt sich hierbei natürlich um eine automatisch generierte Nachricht, die alle Kommentierenden bekommen.

Dies Nachricht tellt den zweiten Schritt dar, wir nennen diese Art von Schritt „die Brücke“. Diese Brücke stellt den Übergang zwischen viralem Ködergewinnspiel und eigentlichem Ausgang dar.

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Dieser Schritt 3 ist in fast allen Spielen identisch:  Man verlässt die Brücke über einen Link, der einen Partnercode beinhaltet, welcher zu einem Provisionsprogramm gehört. Es handelt sich hierbei um ein Affiliate, welches nach Möglichkeit inhaltlich mit dem in der Brücke verlaufenen Fake-Gewinnspiel korreliert. Wir nennen diese abschließende Verlinkung den Ausgang. Unter falschem Vorwand soll man nun dieses Affiliate bestätigen und gibt somit die eigenen Daten zum Verkauf frei („Vergiss bitte nicht […] deine E-Mail zu bestätigen).

Merke: Der Ausgang selbst, also die Affiliates, auf die verlinkt wird, ist nicht illegal! Es handelt sich dabei um Geschäftsmodelle, bei denen der jeweilige Anbieter solcher Programme seine Vertriebspartner durch Provisionen vergütet. Diese Vertriebspartner werden vom Anbieter durch einen Identifikationscode erkannt, so dass jeder neu registrierte Teilnehmer an dem Affiliate Gewinnspiel auch dem Vertriebspartner zugeordnet werden kann.

Derjenige, der die Brücke gestaltet, entscheidet übrigens beliebig, welches Partnerprogramm er als Ausgang benutzt. Häufig finden wir auch Systeme vor, welche die Herkunft und die Geräteangaben des Teilnehmers auslesen und somit spezifisch auf unterschiedliche Provisionsprogramme leiten. Daher kann man nie eindeutig sagen, welches Provisionsprogramm am Ende aufgerufen wird, im schlimmsten Fall landet man auf dubiosen WAP-Billing Geschichten oder undurchsichtigen Abo-Serviceleistungen.

… das Fake-Gewinnspiel auf Facebook!

Man nehme einen realen oder fiktiven Anlass und verkünde dem Nutzer, dass es anlässlich diesen tollen Events etwas Großartiges zu gewinnen gibt.

Die Kriterien einer Teilnahme sind schnell aufgezählt:

  • kommentieren
  • teilen
  • liken
  • persönliche Nachricht schicken

Manchmal wird noch ein Teilnahmeschluss hinzugefügt, doch meistens werden die Gewinnspiele bereits vor diesem Termin von dem Betreiber wieder gelöscht.

Damit es keine tatsächlichen Gewinner geben muss, soll der Seiteninhaber per persönlicher Nachricht kontaktiert werden. Ist der Fake aufgegangen, wird in kürzester Zeit ein neues Gewinnspiel mit einem anderen Gewinn nachgeschossen. Dabei ist es egal, ob man zuvor ein Auto gewinnen konnte und dann ein Traumhaus…
Hauptsache, die Nutzer interagieren oder folgen einem Link, der eigentlich ganz andere Zwecke verfolgt.

„Aber wenn ich da mal mitspiele, dann tut das doch keinem weh!“

Stimmt. Nur euch selbst, indem ihr eurem kompletten Freundes- und Bekanntenkreis auf Facebook zeigt, wie leichtgläubig ihr seid. Das zeigt ihr auch dem Ersteller der Seite, der in Zukunft sehr daran interessiert sein wird, euch mit weiteren Gewinnspielen zu locken, um mehr Daten von euch zu bekommen. Denn Daten bringen Geld. Und Seiten mit viel Likes und Shares lassen sich gut verkaufen.

„Woher soll ich denn wissen, wann ein Gewinnspiel echt ist?“

Dafür haben wir eine ganz einfache Checkliste. Wenn gleich mehrere oder sogar alle Punkte dieser Liste zutreffen, solltet ihr die Finger davon lassen!

  • Entweder wird eine bekannte Marke, ein bekanntes Unternehmen repräsentiert oder es wird mit einem Phantasienamen gearbeitet
  • Nutzer werden zum “Liken” und “Teilen” gezwungen, was hier der Fall ist
  • es gibt kein (glaubwürdiges) Impressum
  • keine Teilnahmebedingungen vorhanden
  • keine Kontaktmöglichkeit
  • kein korrektes Unternehmen (Impressum) vorhanden
  • Seite existiert erst kurz, was auch hier der Fall ist.
  • es werden keine Gewinner bekannt gegeben
  • Gewinne werden von Sponsoren zur Verfügung gestellt, die “nicht genannt werden wollen”
  • die Gewinne werden mit kopierten Bildern aus dem Internet beworben
  • achte bei bekannten Unternehmen auf den häufig vorhandenen blauen Verifizierungshaken hinter dem Seitennamen im Titelbild

Melde uns Fake-Gewinnspiele!

Du bist dir nicht ganz sicher und möchtest ein aktuelles Gewinnspiel bei uns prüfen lassen? Dann verwende bitte unser Meldeformular um uns darüber zu informieren und  /oder wirf einen Blick auf dies “Liste aktueller Facebook Fake-Gewinnspiele”, vielleicht befindet sich dieses Gewinnspiel bereits darauf.


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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