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Du zahlst, jemand anderes bekommt die Ware? Vorsicht!

Andre Wolf, 10. Dezember 2018
Du zahlst, jemand anderes bekommt die Ware? Vorsicht!
Du zahlst, jemand anderes bekommt die Ware? Vorsicht!

Mit diesem Trick locken Dich Betrüger in die Falle!

Es ist kein neuer Trick, allerdings wird er immer wieder leicht verändert: Du bekommt eine E-Mail, die offenbar von Amazon kommt. In dieser E-Mail heißt es, es hätte verdächtige Anmeldeaktivitäten auf Deinem Amazon-Account gegeben.

Diese E-Mail wartet mit so einigen (Schein-)Beweisen auf, die den Empfänger davon überzeugen sollen, dass es sich um eine echte Mail von Amazon handelt. Um möglichst authentisch zu wirken, werden das Logo, das Corporate Design und der typischen Aufbau einer Mail von Amazon verwendet. Außerdem wird der Empfänger mit vollem Namen angesprochen.

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Der Trick an der Sache: Mithilfe von schwer überprüfbaren Angaben wird der Empfänger in einen Alarmzustand versetzt, damit er die in der Mail beschriebenen Maßnahmen ergreift. Dazu soll er den „Bestätigungsprozess“ ausführen.

Fies an dieser Stelle: Drückt man auf „Hier klicken“, um den Bestätigungsprozess abzuschließen, landet man auf einer gefälschten Webseite, die sich als Amazon ausgibt. Bei dieser gefälschten Webseite handelt es sich jedoch um eine Phishingfalle, bei der man Anmeldedaten, persönliche Daten und auch sensible Bankdaten in die Hände von Betrügern gibt.

Also Vorsicht: Keine wahrheitsgemäßen Angaben auf dieser gefälschten Seite machen!

Tappt man in eine solche Phishing-Falle, helfen folgende Maßnahmen:

Grundsätzlich kann eine Sicherheitssoftware präventiv helfen!

Bei aller Vorsicht kann man natürlich trotzdem zum Opfer einer Phishing-Attacke werden und seine persönlichen Daten ungewollt Dritten preisgeben.

Wichtig ist dann: Nicht in Panik geraten, aber unverzüglich handeln!

Damit Du im Ernstfall weißt, wie Du vorgehen kannst, folgt hier unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Nimm unverzüglich Kontakt mit dem Unternehmen auf, für das deine persönlichen Benutzer- oder Login-Daten geklaut wurden. Bitte telefonisch beim Kundendienst um Sperrung Deines Accounts. Speziell bei Banken ist für solche Fälle rund um die Uhr eine Sperr-Hotline erreichbar. Schildere Deinen Fall, und umgehend wird Dein Account bzw. Benutzerbereich mit den alten Login-Daten nicht mehr erreichbar sein.
  2. Melde Dich beim Benutzerkonto an und prüfe, ob Du Dich noch einloggen kannst. Wenn ja,  gehe unverzüglich zu dem Bereich, in dem Du Deine aktuellen Login-Daten ändern kannst. Lege ein neues Passwort fest und ändere, wenn möglich, auch den Benutzernamen und die hinterlegte Kontaktadresse.
  3. Kontrolliere sofort, ob bereits Kontoänderungen oder Transaktionen vorgenommen wurden, denn meist sind Kriminelle sehr schnell. Überprüfe, ob beispielsweise Waren gekauft oder Abbuchungen vorgenommen wurden, für die Du selbst nicht verantwortlich bist. Sollte das der Fall sein, informiere sofort den Kundenservice des jeweiligen Anbieters.
  4. Dokumentiere alle Auffälligkeiten. Fertige Screenshots an, drucke Kontoauszüge und die Phishing-Mail aus, bzw. leite die E-Mail an das Unternehmen weiter, in dessen Namen die Internetkriminellen die Phishing-Mail versendet haben.
  5. Kontaktiere einen auf Internetbetrug spezialisierten Rechtsanwalt, schildere ihm Deinen Fall, und reiche alle Dokumente ein, die mit dem Betrug in Zusammenhang stehen. Du solltest den Anwalt auch dann kontaktieren, wenn du bis dato noch keinen Schaden verzeichnen konntest.
  6. Eine 2 Faktor Authentifizierung (sofern angeboten) verhindert Zugriffe auch dann, wenn Betrüger durch Phishing an die Zugangsdaten gelangt sind.

Übrigens gibt es auch beim Phishing Hoffnung, dass gestohlene Beträge (beispielsweise beim Onlinebanking) von den Banken ersetzt werden. Grundlage dafür bildet das Bürgerliche Gesetzbuch. Nach § 675u BGB sind Zahlungsdienstleister verpflichtet, bei nicht autorisierten Zahlungsvorgängen die entwendeten Zahlungsbeträge zu ersetzen. Allerdings gilt dies nur, wenn der Betroffene seiner Sorgfaltspflicht nachgekommen ist. Weitere Informationen zur Rechtsgrundlage im Schadensfall findest Du hier.

Artikel Vorschaubild von fizkes / Shutterstock.com , sowie von Lubo Ivanko / Shutterstock.com


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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