Ein österreichisches Ende …

Andre Wolf, 5. Februar 2022

Die Corona-Lage ist international gesehen derzeit ein großes Durcheinander. Und mittendrin in diesem Durcheinander ist Österreich. Nicht weniger … Hier ein Social Media Drop zu diesem Thema.

Das kuriose Scheitern der Impf-Lotterie (Anmerkung: in Österreich) zeigt, dass die Lage vollkommen aussichtslos, aber hoffentlich nicht mehr ernst ist. Ich vermute – eigentlich sehne ich mich danach –, dass sich die Bekämpfung der Pandemie letztendlich in einem bizarren Chaos auflösen wird – so wie sie begann, als Polizeiautos durch die Straßen fuhren und uns mit „I am from Austria“ beschallten.

Hinweis:
Dies ist ein Artikel aus der Kategorie „Social Media Drops“. Das sind Postings, die zum Nachdenken, Diskutieren und Kommentieren anregen. Die Drops spiegeln die subjektive Meinung der jeweiligen Verfasserinnen und Verfasser wider.
Dieser Drop stammt von Volker Plass, ehemaliger Bundessprecher der Grünen Wirtschaft und Geschäftsführung Verein ARCHE NOAH.

Es wird alles sehr österreichisch enden: Keiner versteht mehr die Regeln, niemand nimmt mehr irgendetwas ernst, die Impfpflicht tritt zwar in Kraft, wird aber weitgehend ignoriert, es wird noch ein bisserl gestorben werden, weil für viele das Sterben offenbar attraktiver ist als die Impfung, aber dank Omikron war’s das dann.

Werden wir lernen?

Werden wir aus diesem zweijährigen Schlamassel irgendetwas gelernt haben? Wohl kaum!
Werden wir zum Beispiel eine umfassende Debatte über den vollkommen jenseitigen österreichischen Föderalismus führen, der uns die Bekämpfung dieser Pandemie extrem erschwert hat?
Na, sicher ned!
Werden wir vielleicht darüber nachdenken, ob wir unser „bestes Gesundheitssystem der Welt“ weiterhin mit einer Melange aus Emotionen und politischer Willkür steuern, oder vielleicht doch endlich nach wissenschaftlicher Evidenz?
Wos brauch’ ma des!
Werden wir gar eine grundlegende Diskussion über Informationsfreiheit, Transparenz und das Ende des Amtsgeheimnisses erleben, weil wir bei zukünftigen Krisen großen Wert auf verbindliche, fachlich richtige und tagesaktuell verfügbare Daten der Behörden legen?
Geh, bitte!
Werden wir bei kommenden Wahlen zur Abwechslung einmal gebildete, erfahrene, sachorientierte und nachdenkliche Politiker:innen wählen, oder die nächsten populistischen Schaumschläger, für die alles nur Inszenierung ist und dem Machterhalt dient?
Schau ma amoi!
Im historischen Rückblick wird Österreich wie schon so oft „sehr gut durch diese Krise gekommen“ sein. Die schlimmsten Probleme wurden mit Milliarden an Steuergeld erschlagen und ein Blick auf die Gesamtzahlen im europäischen Vergleich zeigt, dass es anderen Ländern wesentlich schlimmer ergangen ist.
Wieder einmal wird es sich „bewähren“, in einem Land zu leben, in dem das Durchschnittliche seit jeher die universale Messlatte für das vollkommen Ausreichende, ja fast schon Weltmeisterliche war. Und wieder einmal werden die glücklichen Untertanen ihre Wut auf „die da oben“ nicht dazu nützen, selbst endlich klüger zu werden, da ein derartiges Lernen dem Übergang zur Tagesordnung als allzu mühsam im Weg stünde.

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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