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Dreiecksbetrug beim Verkauf von Gaming-Accounts über Kleinanzeigen

Vorsicht beim Kauf und Verkauf von Gaming-Accounts über Kleinanzeigen-Portale: immer wieder kommt es zu einem Dreiecksbetrug. Außerdem wird der Kauf und Verkauf häufig durch die Spieleentwickler verboten.

Susanne Breuer, 5. August 2022

Verkaufende verlieren ihren Gaming-Account und bekommen kein Geld oder Kaufende bekommen keinen Account und buchen das Geld zurück. Wie so häufig lacht nur der Dritte – hier die Kriminellen, die den Gaming-Account stehlen, ohne selbst zu bezahlen. Unsere Partner von Watchlist Internet (HIER) warnen.

Was ist Dreiecksbetrug?

Beim Dreiecksbetrug gibt es, wie der Name bereits vermuten lässt, drei beteiligte Parteien. Erstens gibt es die verkaufende Person, die ihre Ware bzw. ihren Account anbietet. Zweitens gibt es die kriminelle Person, die Ware bzw. Account erbeuten will, ohne zu bezahlen und dafür die Verkaufsanzeige kopiert und an anderer Stelle anbietet. Drittens gibt es die kaufende Person, die auf die kopierte Verkaufsanzeige stößt, aber für die originale Anzeige der ersten Person bezahlt.

Die verkaufende Person erhält also das Geld und versendet die Ware bzw. den Gaming-Account an die Kriminellen. Die Kriminellen haben, was sie wollten und machen sich damit aus dem Staub. Die kaufende Person allerdings wartet vergeblich auf die Ware bzw. den Account und versucht alles, um wieder an das bezahlte Geld zu gelangen. Sowohl auf die verkaufende als auch die verkaufende Person kommt somit viel Ärger und Aufwand zu.

Der Dreiecksbetrug im Detail

Die folgende Grafik verdeutlicht den Ablauf:

Der Dreiecksbetrug scheint kompliziert zu sein, für Kriminelle ist es jedoch ein einfacher Trick – Quelle: Watchlist Internet, Symbole von Gregor Cresnar / Noun Project
Der Dreiecksbetrug scheint kompliziert zu sein, für Kriminelle ist es jedoch ein einfacher Trick – Quelle: Watchlist Internet, Symbole von Gregor Cresnar / Noun Project
  1. Der Betrüger sucht in Kleinanzeigenportalen nach einer Ware oder einem Account. Er bekundet gegenüber dem ehrlichen Verkäufer Interesse und kündigt sogar an, den Betrag für die Ware in den nächsten Tagen über PayPal oder auf das Bankkonto zu überweisen.
  2. Gleichzeitig kopiert der Kriminelle die Anzeige des ehrlichen Verkäufers und stellt das Angebot auf eine andere Kleinanzeigen-Plattform. Der Kriminelle wartet, bis sich die ehrliche Käuferin meldet und die Ware kaufen möchte.
  3. Der Kriminelle gibt der Käuferin die Konto- oder PayPal-Daten des Verkäufers. Diese überweist das Geld an den Verkäufer.
  4. Der Verkäufer hat das Geld erhalten und versendet daher die Ware bzw. den Account. Allerdings hat der Betrüger seine eigene Adresse genannt. Er erhält also das Paket mit der Ware bzw. die Nachricht mit den Accountdaten, die von der ehrlichen Käuferin bezahlt wurde(n) und ändert die Login-Daten. Die Käuferin, die ehrlich bezahlt hat, wartet hingegen vergebens auf die Ware bzw. den Account.

Wer bleibt auf dem Schaden sitzen?

Der Schaden entsteht entweder bei der kaufenden Person, die das Geld bezahlt hat, aber den Account nie erhält, oder bei der verkaufenden Person, falls beispielsweise PayPal benutzt wurde und das Geld dadurch zurückgebucht werden kann.

Doch auch, wenn das Geld nicht zurückgebucht werden kann, kommt auf die verkaufende Person womöglich Ärger zu. Erstattet die kaufende Person nämlich polizeiliche Anzeige, so führt die Spur der Überweisung direkt zur verkaufenden Person.

Accounts über Support zurückholen

Sollten Sie einen Gaming-Account verkauft haben und dieser bei Kriminellen statt ehrlicher Kundschaft gelandet sein, so können Sie versuchen, den Account über den Support des Spiels zurückholen zu lassen. Unter Umständen bieten Spiele nämlich die Möglichkeit unrechtmäßig übernommene und gehackte Accounts zurückzuholen.

Was schützt vor einem Dreiecksbetrug?

Der Dreiecksbetrug ist mitunter besonders schwierig als Betrug zu erkennen. Die folgenden Punkte können aber beachtet werden, um die Wahrscheinlichkeit zu verringern, Opfer dieser Betrugsart zu werden:

  • Profil, Kontakt- und Zahlungsdaten vergleichen: Sollten sich beispielsweise der Name des Verkaufsprofils und der Name des Bank- bzw. PayPal-Konto-Inhabers unterscheiden, so ist bereits Vorsicht geboten.
  • Von Angesicht zu Angesicht kaufen und verkaufen: Unmöglich ist ein solcher Betrug, wenn das Geschäft bei einem realen Treffen abgeschlossen wird. Ganz allgemein lassen sich dadurch die meisten Betrugsmaschen auf Kleinanzeigenplattformen ausschließen.
  • Seltsame Verzögerungen und Ausreden in der Kommunikation beachten: Wenn Sie bei einem Dreiecksbetrug an Kriminelle geraten, kann es sein, dass es immer wieder zu Verzögerungen beim Chatten oder bei der Bezahlung kommt. Das kann daran liegen, dass die Kriminellen, ja mit Verkäufer und Käufer gleichzeitig kommunizieren müssen, ohne dass die jeweiligen Seiten etwas davon mitbekommen.

Außerdem sollten Gamer:innen weitere Betrugsmaschen kennen, die unsere Partner von Watchlist Internet hier zusammengestellt haben

Quelle: Watchlist Internet

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