„Doxing“: Meta soll Regeln verschärfen

Tom Wannenmacher, 9. Februar 2022
Der Facebook-Konzern heißt jetzt "Meta"
Der Facebook-Konzern heißt jetzt "Meta"

Oversight Board will auf Facebook keine Ausnahmen beim Posten von privaten Wohnadressen

Das unabhängige US-Aufsichtsgremium Oversight Board hat Meta dazu aufgefordert, seine Community-Regeln bei Facebook zu verschärfen. Hintergrund ist das vermehrte Auftreten von sogenanntem „Doxing“ auf der Plattform. Opfer dieser Praxis, bei der sensible persönliche Informationen, wie etwa die Adresse einer Person, in sozialen Medien öffentlich aufgedeckt und geteilt werden, sind auch Prominente wie die „Harry Potter“-Autorin Joanne K. Rowling.

Enorme Schäden möglich

„Das bösartige Teilen von privaten Wohnadressen in sozialen Online-Netzwerken stellt ein ernsthaftes Problem dar, das auch in der realen Welt enormen Schaden anrichten kann. Dazu gehören beispielsweise Stalking und Belästigung“, erklärt Thomas Hughes, Leiter des Oversight Boards. Um Nutzer vor solchen Bedrohungen besser zu schützen, sei es notwendig, die derzeit geltenden Community-Richtlinien von Meta zu überarbeiten und bestehende Sicherheitslücken zu schließen, so der Experte.
Eine dieser Lücken findet sich etwa im aktuellen Privacy Violations Community Standard. Dieser sieht vor, dass Nutzer Informationen wie die private Wohnadresse posten dürfen, wenn diese Daten allgemein ohnehin bereits als „öffentlich zugänglich“ angesehen werden. „Das Streichen dieser Ausnahme würde Meta helfen, seine User besser zu schützen“, heißt es vom Oversight Board. Das Gremium fordert das Online-Netzwerk außerdem dazu auf, einen eigenen Kommunikationskanal einzurichten, bei dem sich Doxing-Opfer melden und Hilfe bekommen können.

Viele Prominente im Visier

Besondere Aufmerksamkeit bekam das Phänomen des Doxing in Großbritannien durch einen entsprechenden Vorfall mit einem prominenten Opfer im November 2021. Damals ärgerte sich Rowling darüber, dass eine Transaktivistin ein Foto der Adresse ihres Wohnsitzes in Edinburgh auf Twitter veröffentlicht hatte. Die Aktion wurde als Rache für Aussagen gesehen, die Rowling im Juni 2020 getätigt hatte und die sie aufgrund von Transfeindlichkeit ins Visier von Aktivisten geraten ließ.


Quellen:

Oversight Board publishes policy advisory opinion on the sharing of private residential information

pte


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

  • Mit deiner Hilfe unterstützt du eine der wichtigsten unabhängigen Informationsquellen zum Thema Fake News und Verbraucherschutz im deutschsprachigen Raum. Ein unabhängiges und für jeden frei zugängliches Informationsmedium ist in Zeiten von Fake News, aber auch Message Control besonders wichtig. Wir sind seit 2011 bestrebt, allen Internetnutzern stets hochwertige Faktenchecks zu bieten.  Dies soll es auch langfristig bleiben. Dafür brauchen wir jetzt deine Unterstützung!

Mehr von Mimikama