Diese „Freunde“ braucht niemand auf Facebook!

Andre Wolf, 9. April 2020
Falsche Freunde
Falsche Freunde

Schon bemerkt? Seit mehreren Tagen gibt es wieder vermehrt Freundschaftsanfragen von irgendwelchen Personen aus aller Welt auf Facebook. Wir erklären, warum man diese Freunde nicht braucht!

Sie lächelt doch so freundlich, diese nette Frau aus Südostasien. Und er, er winkt doch so lieb auf seinem Profilbild, dieser kleine Junge aus Zentralafrika. Und – uiuiui – sie sieht doch so hübsch aus, diese junge vollbusige Frau. Und sie alle wollen meine Freunde auf Facebook werden.

Doch Stopp, diese Profile haben alle etwas gemeinsam: Dahinter stecken keine Menschen, die an einer wirklichen Verknüpfung im Sinne von Social Media interessiert sind. Es handelt sich um Spam-Profile, die ihre eigenen Ziele verfolgen!

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Es gibt verschiedene Anlässe, warum sich Spam-Profile in eine Freundesliste einschleichen wollen. Meist geht es um Geld, dass die Hinterleute dieser Profile verdienen wollen. Also echte Freunde sind das nicht, sondern lediglich Freunde des Portemonnaies.

Wir erklären in diesem Artikel, welche Möglichkeiten des Betrugs über falsche Freunde anlaufen können.

Falsche Freunde: Abofallen

An dieser Stelle reden wir von den „sexy“ Profilen. Optisch ansprechende Profilbilder mit jungen Frauen oder Männern wollen in deinen Freundeskreis. Ein schneller Blick auf deren Profil zeigt jedoch schnell: Sie bieten an, dass man sie auch nackt sehen könne!

Und sie entblößen sich angeblich gerne für dich, jedoch nicht auf Facebook, sondern auf einem Flirtportal, wo du dich anmelden sollst. Na bravo, spätestens hier sollte man merken, dass da was nicht passt.

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Man wird von diesen Profilen auf Webseiten gelockt, die es in sich haben und wo man in sehr teure Abofallen von teils mehreren hundert Euros tappt. Die Profile selbst gibt es dort nicht, da sie bereits auf Facebook frei erfunden waren (vergleiche)

Scam-Profile

Der Begriff Scam bedeutet Vorschussbetrug. Hier versuchen Unbekannte, eine Vertrauensbasis zu errichten. Es kommt über diese Fake-Freunde zu einer Art Brieffreundschaft über den Messenger. Dabei geht es sehr freundlich und auch vertrauenserweckend zu. Häufig spielt im Hintergrund auch eine Leidensgeschichte eine Rolle, so dass auch ein gewisses Mitleid erregt wird.

Ab einem bestimmten Punkt wird es jedoch ernst. Ein schwerer Schicksalsschlag tritt ein, die Person am anderen Ende benötigt Geld (für was auch immer). Es kommt also die Bitte, ob man aushelfen könne. Anfangs sind das kleine und leistbare Geldsummen, welche die vermeintlichen Freunde benötigen.

Doch hat so ein Scammer erst einmal das geschafft, werden die flehenden Bitten um Hilfsleistungen immer größer und die Schicksalsschläge immer heftiger! Wir warnen: Die Sammer sind keine Idioten! Die beherrschen ihr Spiel und wissen genau, mit welchen Tricks sie ihrer Opfer „weich“ bekommen. Wir haben im Laufe der letzten Jahre über eine Vielzahl von Scam-Betrugsformen berichtet, bitte dazu auch in unser Archiv schauen.

Fake-Freunde als Schläfer

Am Ende gilt es auch vorsichtig vor Schläfern zu sein. Manche Profile wollen einfach nur auf eine Freundesliste kommen, um Informationen über das entsprechende Profil zu sammeln oder um am Ende ihren eigenen Freundeskreis in Fakeshop-Fallen zu locken.

Dieses System ist nicht neu, wir kennen es seit bereits vielen Jahren (vergleiche)! Menschen fragen sich, warum sie auf Fakeshop-Inseraten auf Facebook markiert werden. Das liegt daran, das sie ein „faules Ei“ in ihrer Freundesliste haben, welche anonym eine Fakeshop-Seite betreut und dort die Freunde ihres Profils markieren kann.

Vorsicht also!

Wenn eine Anfrage einer unbekannten Person auf Facebook hereinkommt, sollte man daher lieber vorsichtig sein. Grundsätzlich ist es auch nicht verkehrt, das eigene Profil so dicht zu machen, dass fremde Personen gar nicht erst eine Anfrage schicken können. Wir empfehlen hierzu unseren Artikel „Dein Facebook Profil: Sicher in 5 Minuten„.

Doch wem kann man jetzt noch trauen? Unser Kollege aus der Musikredaktion sagt ganz klar: „Mimikama! Denn wir sind auf der guten Seite!“


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
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