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Die weiße Zecke

Kathrin Helmreich, 4. Juni 2018

Im Internet findet man so einige Mythen. Doch wie so oft muss man auch hier genau schauen, was stimmt und was nicht.

Zu diesem Statusbeitrag bekamen wir einige Anfragen in dieser Art:

Gibt es eine neue Zeckenart?

Hilft entsäuern des Haustieres wirklich gegen Ungeziefer?

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Bild im Klartext:

Ja es ist wirklich wahr. Es gibt mittlerweile auch weiße Zecken. Ich sah bis jetzt nur weibliche Tiere, deren Leib größer wurde. Auf weißen Hunden haben sie eine perfekte Tarnung gefunden.
Mich wundert ja kaum noch was und ich denke, dass auch diese Zeckenart nicht zufällig hier angesiedelt wurde.
Fast alle Farben vorhanden. Also bitte schaut jeden Abend genau hin und gebt es an andere Menschen weiter.
Achtet darauf, dass Eure Tiere basisch sind. Regelmäßig entsäuern hält Ungeziefer fern!
Die weiße zecke führt besonders schnell zu Entzündungen. Bitte danach sofort Kolloidales Silber drauf machen.
(Fotos Netzfund)

Ganz klar ein Fall für Anke aus unserem Team, die von Beruf Tierärztin ist:

Also, es sind keine neuen weißen Zecken, sondern ganz normale Zecken, beziehungsweise deren Larven.

Welche Zeckenarten gibt es in Deutschland?

  • Den Gemeinen Holzbock,
  • die Auwaldzecke,
  • die Igelzecke,
  • die Schafszecke,
  • die Taubenzecke,
  • die Hyalomma-Zecke
  • und natürlich die gemeine braune Hundezecke.

All diese Zeckenarten kommen bei uns vor. Die sogenannte weiße Zecke ist in Australien beheimatet und gibt es hier nicht.

In Deutschland kann die Igelzecke weißlich aussehen oder auch die Larven des Gemeinen Holzbocks. Eine Zecke kann auf der Haut auch rot oder schwarz wirken – die Farben können auf verschiedene Zeckenarten zutreffen.

Diese Farben kommen auch aufgrund des Saugestatus zustande, hat eine Zeckenlarve gerade Blut gesaugt, dann wirkt sie meist dunkler.

Wichtig ist eigentlich nur, die Zecke schnellstmöglich zu entfernen oder sich eben gar nicht erst beißen zu lassen.

Wie entwickeln sich Zecken?

Ein Zeckenweibchen legt am Boden hunderte Eier ab, aus denen innerhalb von wenigen Wochen die Zeckenlarven schlüpfen. Diese sind nur einen Millimeter groß, sehen aber schon wie erwachsene Zecken aus. Der einzige Unterschied ist, dass sie als Larve nur 6 Beine, später jedoch 8 Beine besitzen.

Diese Larven brauchen für ihren nächsten Entwicklungsschritt Blut und saugen dies normalerweise aus kleinen Säugetieren (Mäuse, Hamster und Ratten). Das dauert einige Tage und die Larven saugen dabei ein Vielfaches ihres Körpergewichtes. Dann lassen sie sich auf den Boden fallen und entwickeln sich zur Nymphe, die auch aussieht wie eine Minizecke.

Die Nymphe geht zur Blutjagd schon auf größere Säugetiere (Hase, Reh, Hund, Katze, Fuchs etc.). Lässt sich wieder fallen und wird dann zur erwachsenen Zecke, die dann für ihre Fortpflanzung wieder Blut braucht.

Und was ist mit dem basischen Blut und dem damit verbunden Schutz?

Kurz und knapp, das ist Bullshit!

Zecken können das gar nicht wahrnehmen!

Sie können Wärme, CO2 und Schweiß wahrnehmen und sonst nix. Weder ätherische Öle (giftig für Hunde) noch Bernsteinhalsbänder oder Mikrotubes halten Zecken ab.

Das ist wissenschaftlich erwiesen, auch wenn ich jetzt schon das laute ABER hören kann!

Bullshit bleibt Bullshit, auch mit ABER!

Wie kann man vorbeugen?

Die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung des Befalls stellt ein guter Zeckenschutz dar. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten, die Vor- und Nachteile haben ( Spot-on, Halsband oder Tablette), bitte lassen Sie sich darüber von ihrem Haustierarzt beraten.

Das Absammeln der Zecken ist auch eine Möglichkeit, Fusselrollen mit klebendem Papieren sind da eine perfekte Hilfe, um krabbelnde Monster auf dem Fell aufzuhalten.

Autor: Anke M. – mimikama.at


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