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Die Freundschaftsanfrage von Johnny Williams

Ralf Nowotny, 9. Oktober 2018

Stark verteilt sich auf Facebook die Warnung, die Freundschaftsanfrage von „Johnny Williams“ nicht anzunehmen.

Diese Warnung ist nicht komplett falsch, bringt aber mit großer Wahrscheinlichkeit jetzt nichts mehr.

Screenshot mimikama.at
Screenshot mimikama.at

„Kannst du mal die Mädels auf deiner Seite warnen,Freundschaftsanfrage von einem Johnny Williams nicht anzunehmen.Er ist ein Betrüger und versucht über dein Profil Frauen zu kontaktieren.“

Wer ist Johnny Williams?

Da haben wir ein kleines Problem: Dieser Name ist so verbreitet, dass dadurch sehr viele „Johnny Williams“ verdächtigt werden, die Meisten davon wahrscheinlich unschuldig. Diese sind darüber sicherlich nicht glücklich, seit mindestens Januar 2018 unschuldig als Betrüger gebrandmarkt zu werden.

Was ist bzw. war der Zweck dieser Warnung?

Im Gegensatz zu anderen Kettenbriefen, die davor warnen, dass „Ute Lehr“ oder „Paolo Tizzanini“ Hacker seien (und die nicht stimmen), beinhaltet jener Kettenbrief ein Funken Wahrheit: Zu dem damaligen Zeitpunkt handelte es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Romance Scammer.

Dabei handelt es sich um Facebook-Profile, die gezielt Frauen anschreiben, um ihnen die große Liebe vorzugaukeln und ihnen dann das Geld aus der Tasche ziehen. Woran man solche Profile erkennt, haben wir in einem gesonderten Artikel beschrieben.

Darum bringt der Kettenbrief nichts

Diese Profile existieren meistens nur wenige Wochen lang. Sobald genug Geld erschlichen wurde, werden die Profile gelöscht, um mit neuen Namen und Bildern wieder erstellt zu werden. So war jener „Johnny Williams“, vor dem auch im englischsprachigen Raum gewarnt wurde, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ein Romance Scammer, dessen Profil schon lange nicht mehr existiert.

Unser alternativer Kettenbrief-Vorschlag:

Warnt nicht vor „Johnny Williams“, denn die Warnungen vor einer einzelnen Person, dessen Profil gar nicht mehr existiert, bringt überhaupt nichts. Warnt stattdessen vor der Methode selber und verlinkt unseren Artikel über die Erkennung solcher Profile.

Dann helft ihr euren Freundinnen und Bekannten wirklich, solchen Betrügern das Wasser abzugraben.

Artikelbild: Shutterstock / Denphumi

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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