Aktuelles

Faktencheck: Die Arme einer Heroinsüchtigen

Ralf Nowotny, 6. August 2019

Drogen sind überhaupt nicht gut für den Körper, darüber muss man nicht weiter diskutieren. Aber richtete Heroin alleine die Arme dieser Frau so zu?

Wir bekamen Anfragen zu jenen Bildern, die die Arme einer 26-jährigen heroinsüchtigen Frau zeigen:

Quelle: Facebook

Der beschreibende Text des Facebook-Beitrages lautet:

„Diese Arme stammen von einer 26 jährigen die seit Jahren exzessiv Heroin konsumiert. Finger weg von Drogen Leute ? bleibt sauber…“

Woher stammen die Bilder?

Diese erschienen erstmals auf den Seiten von „Cureus“, einer allgemeinmedizinischen Zeitschrift mit offenem Zugang, auf der Mediziner unkompliziert ihre neuesten Forschungsarbeiten und Erkenntnisse veröffentlichen können, die dann von anderen Medizinern überprüft werden können.

[mk_ad]

Der Fall der 26-Jährigen

Auf „Cureus“ stellen die Assistenzärztin Jessica Houck und und die Professorin Dr. med. Latha Ganti einen Fall von schwerer Hautnekrose vor, der durch die Injektion von Heroin mit einer Substanz namens „Rizzy“ verursacht wurde. Dieses Pulver ist eine giftige Substanz, die zum Färben der Blütenblätter von Pflanzen verwendet wird.

Die 26-jährige Frau erschien in der Notaufnahme und erzählte, dass sie heroinsüchtig sei und an einem Entzug teilnehmen wolle. Sie wurde jedoch von der Rehabilitationseinrichtung mit der Begründung abgewiesen, dass sie sich erst einmal um „die Wunden an ihren Armen“ kümmern solle.

Die junge Frau erzählte, dass jene Wunden sich zuerst als kleine Flecken bemerkbar machten, die immer größer wurden, wenn sie sich Heroin spritzte. Auch ihre Freunde hätten ähnliche Symptome an ihren Armen. Bei der Untersuchung wurde dann festgestellt, dass die Unterarme nekrotisch waren, also das Hautgewebe abgestorben sei.

Die Frau wurde in dem Krankenhaus weiter untersucht und schließlich aufgenommen. Nach der erfolgreichen Operation konnte sie das Krankenhaus wieder verlassen.

Gefährlicher Heroinzusatz

Als ob Heroin alleine nicht schon zerstörerisch genug sei, wurden der Droge, die die Frau sich injizierte, sogenanntes „Rizzy-Pulver“ zugemischt, vor dem die Polizei bereits seit Anfang 2018 warnt. Dabei handelt es sich normalerweise um ein Pulver, welches dazu benutzt wird, um beispielsweise Rosenblätter zu färben. Seit 2018 taucht aber immer wieder Heroin auf, welches mit „Rizzy“ verschnitten wurde, um die Portionen günstiger verkaufen zu können.

[mk_ad]

Zusammenfassung

Tatsächlich sieht man auf dem Bild die Arme einer 26-jährigen heroinsüchtigen Frau. Das abgestorbene Gewebe an ihren Armen entstand aber nicht alleine durch den Heroinmißbrauch, sondern wurde durch einen Zusatz im injizierten Heroin bewirkt.


Unabhängige Faktenchecks und Recherchen sind wichtig und richtig. Sie fördern Medienkompetenz und Bildung. 

Ein unabhängiges und für jeden frei zugängliches Informationsmedium ist in Zeiten von Fakenews, aber auch Message Control besonders wichtig. Wir sind seit 2011 bestrebt, allen Internetnutzern stets hochwertige Faktenchecks zu bieten.  Dies soll es auch langfristig bleiben. Dafür brauchen wir jetzt Deine Unterstützung!

Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

weitere mimikama-Artikel