Der malende Elefant (Faktencheck)

Kathrin Helmreich, 3. Dezember 2019
Der malende Elefant (Faktencheck)
Der malende Elefant (Faktencheck)

Das Video eines malenden Elefanten erregt erneut die Aufmerksamkeit vieler Facebook-Nutzer. Hier die Fakten:

Wir erhielten Anfragen zu einem Video, das schon seit Jahren auf sozialen Medien geteilt und hochgeladen wird. Es geht um folgendes Video, das zeigt, wie ein Elefant ein Bild malt. Den Pinsel im Rüssel eingeklemmt, malt er das Abbild eines Elefanten:

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Der Faktencheck

Das Video ist kein Fake und zeigt das Highlight des Elefantencamps in der Nähe von Chiang Mai. Chiang Mai liegt im Norden Thailands und ist eine der größten Städte im Land des Lächelns. Sie wird auch als die Perle im Norden bezeichnet.

Das Elefantencamp liegt ca. eine Stunde von Chiang Mai entfernt. Besucher können dort Elefanten füttern, reiten, streicheln, ihnen beim Fußball spielen oder eben beim Malen von Bildern zusehen. Die Kunstwerke werden zum Teil teuer gehandelt.

Luckys Gemälde, die ein bisschen aussehen wie Kritzel-Kratzel-Eierfatzel aus dem Kindergarten, werden für rund 400 Dollar (270 Euro) verkauft: Minimaler Aufwand, großspuriges Auftreten, maximale Ausbeute – Elefanten haben Sinn für den Kunstbetrieb.

Quelle: Süddeutsche
Quelle: Süddeutsche

Zum Thema Tierschutz

Allerdings muss man bei der „Elefantenkunst“ zwischen den oben gezeigten, abstrakten Werken und „realistischen“, nach Anleitung gemalten Bildern differenzieren, siehe diesen Artikel auf tierwelt.ch.

Während das in der Süddeutschen abgebildete Werk eher zufälliger Natur und der Laune des Elefanten entsprungen ist, sind die „Selbstportraits“ antrainiert worden. Die Elefanten reproduzieren die erlernten Bewegungen, bzw. werden beim Malen durch den Mahoud (Elefantenführer) durch Signale wie Klopfen an den Stoßzahn etc. geführt.

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Hier gibt es auch diverse Berichte über barbarische Methoden der Dressur, wie zum Beispiel die Seite „One Green Planet“ schreibt.

Hier wird von teilweise rabiaten bis grausamen Methoden bei der Erziehung berichtet, auch unter Schmerzen für das Tier. Dies ist jedoch ein generelles Problem bei der Erziehung von Arbeitselefanten, was One Green Planet ebenfalls zu berichten weiß. Oft trennt sich bei genauerer Betrachtung der Elefantencamps die Spreu vom Weizen, da Elefanten in Thailand von Touristen sehr gefragt sind und häufig wohl eher der Kommerz im Vordergrund steht. Der Reisebericht einer Dame, die einige Zeit in einem solchen Camp ehrenamtlich gearbeitet hat, beschreibt die Umstände genauer.

Fazit:

Bilder wie dieses sind in jedem Fall nicht das Ergebnis eines besonderen Talentes der Elefanten, oder ihrer Klugheit, sondern einfach das Abspulen erlernter Bewegungen.

Ob bei der Dressur aller Elefanten diese fragwürdigen Methoden zum Einsatz kommen, kann abschließend nicht bestätigt werden.

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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