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Parteiische US-Medien gefährden Demokratie

Wissenschaftliche Untersuchung bestätigt: „Fox News“-Zuschauer falsch und schlecht informiert

Tom Wannenmacher, 7. April 2022
Meinungsumfragen haben wiederholt gezeigt, dass die Zuschauer von "Fox News" so vielen Fehlinformationen ausgesetzt sind, dass sie schlechter informiert sind als Menschen, die überhaupt keine Nachrichten sehen
Meinungsumfragen haben wiederholt gezeigt, dass die Zuschauer von "Fox News" so vielen Fehlinformationen ausgesetzt sind, dass sie schlechter informiert sind als Menschen, die überhaupt keine Nachrichten sehen

Das Mediensystem in den USA ist eine Gefahr für die Demokratie, wie eine Studie der University of California, Berkeley und der Yale University zeigt. Untersucht wurde das Zuschauerverhalten in der Zeit, als der damalige US-Präsident Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden um das höchste Amt kämpften. Es ging darum, wie die Berichterstattungen der Trump-nahen „Fox News“ und des eher neutralen Senders „CNN“ die Meinungen der Zuschauer prägen.

Medienwechsel verändert Meinung

Berkeley-Politikwissenschaftler David Broockman und Yale-Kollege Joshua Kalla haben untersucht, wie sich die Haltung von Zuschauern, die „Fox News“ schauten, zu aktuellen Themen änderte, wenn sie stattdessen einen Monat lang „CNN“ schauten. Ergebnis: Nach dem Wechsel veränderten sich die Ansichten stark, berichtet die Medien-Plattform „Media Matters“. „Wir rekrutierten eine Reihe von Probanden, die regelmäßig ‚Fox News‘ sahen und boten ihnen an, stattdessen einen Monat lang ‚CNN‘ zu sehen“, so die Forscher.

„Obwohl regelmäßige Fox-Nutzer größtenteils Anhänger der Republikaner sind, entdeckten wir gravierende Veränderungen bei sachlichen Überzeugungen, Einstellungen, der Bedeutung von Themen und allgemeinen politischen Ansichten“, so die Studienautoren. Speziell seien die Wechsler zu der Überzeugung gekommen, dass „Fox News“ negative Informationen über Präsident Trump verheimlichte. Wer nur „Fox News“ sehe, so die Interpretation der Politikwissenschaftler, sei massiv voreingenommen. „Parteiische Medien gefährden die Demokratie“, so die Schlussfolgerung.

Keine TV-News besser als „Fox News“

Wie „Bloomberg“-Kolumnist Matthew Yglesias feststellt, gab es messbare Veränderungen in den Überzeugungen der „Fox News“-Zuschauer, obwohl die Zuschauer politisch „sehr rechts blieben“. So stieg der Anteil derjenigen, die an Long Covid glauben, nach dem Wechsel um fünf Prozentpunkte. Der Anteil derjenigen, die glauben, dass andere Länder das Virus besser in den Griff bekommen haben als die USA, stieg um sechs Prozentpunkte. Die Zahl derjenigen, die annahmen, dass Biden-Anhänger „glücklich“ sind, wenn Polizisten getötet werden, sank um zehn Prozentpunkte und elf Punkte weniger waren es, die glaubten, dass der Präsident es für wichtiger hält, gewalttätige Demonstranten zu bekämpfen als das Corona-Virus.

Meinungsumfragen haben wiederholt gezeigt, dass die Zuschauer von „Fox News“ so vielen Fehlinformationen ausgesetzt sind, dass sie schlechter informiert sind als Menschen, die überhaupt keine Nachrichten sehen. Auch glauben sie eher Lügen über wichtige Themen wie COVID-19 sowie Impfstoffe als andere Zuschauer, die sich auf Mainstream-Nachrichtenagenturen verlassen. Die Autoren der Studie schreiben dieses Phänomen „zum Teil einer Voreingenommenheit zu, die wir als parteiische Berichterstattungsfilterung bezeichnen, bei der parteiische Medien selektiv Informationen melden“.

Quelle: pte

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