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Defender-Europe-20: Die abgesagte „geheime Invasion“

Ralf Nowotny, 15. März 2020
Defender-Europe-20: Die abgesagte "geheime Invasion"
Defender-Europe-20: Die abgesagte "geheime Invasion"

Aus Katastrophenfilmen kennen wir es: Wenn eine Krise herrscht, muss das Militär ran. Doch jetzt auch in real? Nein!

In den letzten Tagen kursierten vermehrt Amateurvideos von Truppentransporten durch soziale Medien: Panzer auf Güterwaggons, Militärtransporter auf der Autobahn. Flugs strickt sich mancher Schwarzseher gleich sein eigenes Bild: Da steht uns eine Invasion namens „Defender-Europe-20“ bevor!

Defender-Europe-20: Eine geheime Invasion?
Defender-Europe-20: Eine geheime Invasion?

Im obigen Facebook-Beitrag, der zum jetzigen Zeitpunkt knapp 1.800x geteilt wurde, wird düster gemutmaßt:

„Es ist etwas los! Während die Medien uns mit dem Corona Virus „am Unterhalten“ sind, landen gerade 40.000 US-Spezialkräfte in der gesamten EU.

Während Schlagzeilen, Shows und soziale Medien in Italien jetzt mit dem globalen Coronavirus-Thema überflutet sind, werden derzeit 20.000 US-Soldaten auf bis zu 7 europäischen Flughäfen stationiert und 10.000 weitere US-Truppen in Europa und 7.000 andere Truppen aus verschiedenen Europäischen Ländern hinzugefügt.

Zu welchen Zwecken kamen insgesamt 37.000 bis an die Zähne bewaffnete US-Soldaten ?“

Den Grund nennt die Verfasserin dann auch netterweise selbst: Es handelt sich um „Defender-Europe 20“ oder kurz „Defender 20“, ein Manöver des US-Militärs unter Beteiligung von 18 NATO-Staaten, bei dem insgesamt 37.000 Soldatinnen und Soldaten sich durch Europa in Richtung Polen bewegen sollten.

Doch auch in der Presse wurde sich gefragt, warum man ein solches Manöver durchführt, wenn doch die Ansteckungsgefahr durch den neuen Coronavirus so groß ist, ganz zu schweigen von zahllosen Seiten und Nutzern, die dasselbe wie die Facebook-Nutzerin vermuten: Eine Invasion!

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„Warum wusste ich davon nichts?“

Keine Ahnung, vielleicht keine Zeitung gelesen und keine Nachrichten geschaut? Seit Oktober 2019 ist bereits bekannt, dass dieses Manöver stattfinden wird, doch in der all der Panik rund um den neuen Coronavirus scheint es jetzt erst so manchem aufzufallen, dass vorzugsweise nachts Militärtransporte unterwegs sind.

Das ist an sich auch nichts Geheimes, im Gegenteil kündigte das Generalleutnant Martin Schelleis sogar an:

„Wir werden natürlich in der Presse, in den Medien informieren. Schlimmstenfalls kommt es zu Staus, zu Verkehrsbehinderungen. Das wollen wir minimieren, indem wir nachts marschieren.“

Defender-Europe-20 ist eingefroren!

Bereits am 11. März verlautbarte das U.S. European Command auf Twitter und auf deren Homepage, dass sie die Anzahl der US-Soldaten an dem Manöver stark reduzieren werden.
Am 13. März sagte die Bundeswehr ihre Übungsbeteiligung ab.
Am selben Tag wurde beschlossen, dass es keine weiteren Truppenbewegungen mehr gibt, auch keine weiteren Soldaten mehr eingeflogen werden.

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Fazit

Bereits seit Oktober ist dieses Großmanöver namens „Defender-Europe-20“ bekannt, also schon lange vor dem ersten Auftreten des neuen Coronavirus.

Es macht somit keinen Sinn, einen zeitlichen Zusammenhang zwischen den Truppenbewegungen und SARS-CoV-2 zu sehen. Zudem möchten auch Soldaten gesund bleiben: Das Manöver wurde „eingefroren“, über das weitere Vorgehen bezüglich des Manövers ist noch nichts bekannt.

Artikelbild: Shutterstock / Von Gorodenkoff


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