Kein Fake! Das Versenden von Paketen kann strafbar sein

Tom Wannenmacher, 31. Januar 2019
Auf den sogenannten "Warenagenten" wartet zum Abschluss ein Verfahren wegen Verdacht der Geldwäsche.
Auf den sogenannten "Warenagenten" wartet zum Abschluss ein Verfahren wegen Verdacht der Geldwäsche.

Vorsicht bei unseriösen Stellenangeboten als sogenannter Warenagent!

Die Gießener Kriminalpolizei warnt aufgrund mehrerer Vorfälle vor zwielichtigen Jobangeboten. Dabei werden ahnungslose Jobsuchende gezielt von den Betrügern ausgenutzt, indem sie illegal erworbene Warenlieferungen weiter ins Ausland schicken. Die Masche ist nicht neu, wurde aber zuletzt im Bereich Gießen mehrfach angezeigt.

Die Täter, die oft aus dem Ausland agieren, köderten in einem Fall einen 26 – Jährigen aus Gießen. Er hatte vor einigen Wochen in Ebay-Kleinanzeigen eine Annonce eingestellt und dabei eine Verdienstmöglichkeit gesucht. Kurz danach wurde er von einer Frau, die ihm ein Job-Angebot als „Assistent für Paketversenden“ anbot, angeschrieben. Die Frau hatte ihm sogar ein Foto und einen Ausweis übermittelt. Sehr wahrscheinlich handelte es sich dabei, so die Vermutung der Gießener Kriminalpolizei, um ein missbräuchlich benutztes Ausweisdokument.

Der Gießener sollte für das Empfangen, das Überprüfen und Versenden von Waren pro Paket 15 Euro verdienen. Tatsächlich erhielt er von Anfang Dezember 2018 bis Anfang Januar 2019 insgesamt 41 Pakete. Er schickte die Sendungen dann weiter über einen Paket-Express-Dienst nach Russland, nach Großbritannien, nach Belgien und nach Polen.

Der zunächst ahnungslose 26 – Jährige bekam zu Beginn 100 Euro überwiesen. Danach bekam er kein Geld mehr. Erst vor wenigen Tagen stellte es sich heraus, dass er offenbar auf Betrüger hereingefallen war.

Weiter stellte es sich heraus, dass die Waren von den Kriminellen im Internet offenbar durch Betrugsdelikte erlangt wurden. Auf den sogenannten „Warenagenten“ aus Gießen wartet zum Abschluss ein Verfahren wegen Verdacht der Geldwäsche. Zusätzlich können zivilrechtliche Forderungen von Seiten der Versandhäuser auf ihn zukommen.

Die Gießener Kripo bearbeitet derzeit einige solcher Betrugsfälle. Es wird daher dringend empfohlen, solche Berufsangebote genau zu überprüfen. Nicht selten stecken kriminelle und organisierte Banden hinter den verlockenden Angeboten.

Erkundigen Sie sich genau, bevor Sie auf ein solches Angebot eingehen.

Hinweise bitte an die Kriminalpolizei in Gießen unter der Rufnummer 0641 – 7006 2555.

Folgende Tipps der Polizei sollten dabei beachtet werden:

a) Erkundigen Sie sich genau, bevor Sie auf ein solches Angebot eingehen. Sie können zum Beispiel im Vorfeld die Anschrift des Unternehmens über diverse Suchmaschinen im Internet überprüfen oder im Telefonbuch nach einer solchen Firma suchen.

b) Bestehen Sie auch auf ein persönliches Gespräch mit dem neuen Arbeitgeber.

c) Übersenden Sie niemals leichtfertig Ihre Kontodaten oder Ausweiskopien nur aufgrund eines E – Mail -Kontaktes mit dem angeblichen Arbeitgeber. Seriöse Arbeitgeber stellen keine Mitarbeiter nur aufgrund eines kurzen E – Mail – Kontaktes und der Übersendung eines Lebenslaufes ein.

Quelle: Polizeipräsidium Mittelhessen


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