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Das steckt hinter dem Codewort „Maske19“

Claudia Spiess, 15. April 2020
Das steckt hinter dem Codewort "Maske19"
Das steckt hinter dem Codewort "Maske19"

Experten befürchteten einen Anstieg häuslicher Gewalt während der Corona-Krise, was sich zwischenzeitlich leider bestätigt hat.

Das steckt hinter dem Codewort „Maske19“ – Das Wichtigste zu Beginn:

Die Maßnahmen während der Corona-Krise führen leider auch zu mehr häuslicher Gewalt. Mit dem Codewort „Maske19“ sollen Apotheken zur Anlaufstelle für Betroffene werden.

Vermehrt häusliche Gewalt

Das Leben so vieler ist derzeit auf den Kopf gestellt. Unsicherheiten wegen der Verbreitung des Coronavirus, Einschränkungen im Alltag, Ausgehbegrenzungen, Stresssituationen. Experten fürchten, dass diese Kombination zu mehr häuslicher Gewalt führen könnte.

„Die Fallzahlen häuslicher Gewalt, die sich in aller Regel gegen Frauen und Kinder richtet, werden voraussichtlich zunehmen“, so Familienministerin Franziska Giffey.

Diese Befürchtung hat sich zwischenzeitlich leider bestätigt: In Frankreich verzeichnete die Polizei innerhalb von acht Tagen Ausgangssperre einen Anstieg von 32 Prozent, was Einsätze wegen häuslicher Gewalt angeht. Im Großraum Paris wurden sogar 36 Prozent mehr Fälle gemeldet.

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Zwickmühle für Betroffene

Die Umstände erschweren die Situation der Betroffenen. Der Täter ist oftmals rund um die Uhr anwesend. So hat das Opfer meist keine Möglichkeit, unbemerkt ein Telefonat zu führen oder eine Textnachricht zu versenden, um Hilfe zu rufen.

Initiative „Maske19“

Spanien startete eine Initiative, um Betroffenen zu helfen. Das Gleichstellungsinstitut der kanarischen Inseln (ICI) hat „Mascarilla 19“ hervorgebracht. Dieses Codewort, das übersetzt „Maske19“ heißt, können Opfer nun in jeder Apotheke und auch in vielen Supermärkten verwenden, um auf ihre Situation hinzuweisen und Hilfe zu erhalten. Angestellte setzen daraufhin einen Notruf bei den Behörden ab.

Auch in Frankreich wird diese Aktion nun angewendet, das Codewort wurde hier Ende März eingeführt.

In Deutschland sollen nun ebenfalls Apotheken Anlaufstellen für Opfer häuslicher Gewalt werden. Mit dem Codewort „Maske19“ ist der Apotheker informiert und verständigt die Behörden.
Unterstützung erhalten betroffene Personen auch beim „Hilfetelefon gegen Gewalt“ unter der Telefonnummer 08000/116 016. Diese Hotline ist rund um die Uhr besetzt.

Quelle: rp-online.de
Artikelbild: Shutterstock / Von Dan Race


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