Danke Pegida

Andre Wolf, 14. November 2015

Die Ereignisse überschlagen sich heute – und die Meldungen auch. So liest man: “Islamischer Staat bedankt sich bei besorgten Bürgern für gute Kooperation”

“Was ist denn nun wiederlos?” so geht es bei dieser Überschrift, welcher zu einem Artikel aus den Norddeutsche Nachrichten gehört, durch den Kopf. Der IS und die Pegida unter einer Decke?

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Der Artikel in den “Norddeutschen-Nachrichten” gibt nun wieder, dass AfD, Pegida und Stammtische mehr oder weniger gewollt gemeinsam mit dem IS arbeiten, quasi gemeinsam gegen denselben Feind: Flüchtlinge. So kann man dem Artikel entnehmen:

Palmyra –  Nur wenige Stunden nach den Terroranschlägen in Paris hat sich die Organisation „Islamischer Staat“ in einem Video an einen Teil der deutschen Bevölkerung gewandt. In dem kurzen Clip, der in sozialen Netzwerken verbreitet wurde, bedanken sich mehrere schwer bewaffnete und vermummte Gestalten bei der AfD, den Pegida-Demonstranten und allen anderen „besorgten Bürgern auf Facebook und an den Stammtischen.“

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Was steckt dahinter?

Diese Sätze kommen in einer hitzigen Zeit, so wie sie es gerade ist, nicht überall so an, wie sie geschrieben wurden. Dieser Artikel erntet derzeit viele Irritationen und man sollte genau schauen, woher er kommt und was er darstellt.

Dieser Artikel der “Norddeutschen-Nachrichten” und sein Inhalt sind natürlich frei erfunden.

Denn bei den “Norddeutschen-Nachrichten” handelt es sich um eine Satireseite, die in diesem Fall das Geschehene auf ihre Weise verarbeitet hat. So muss man schon ein wenig auf der Impressumseite suchen, wird dann aber fündig: Satire!

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Was Satire als “darf”, entscheidet sie ja oftmals durch Tucholskys Aussage “Was darf die Satire? – Alles”. Nur ob man es anhand der Umstande immer toll und lustig finden muss, dass darf dann auch jeder für sich selbst entscheiden.

Woher stammt das Bild?

Das Bild stammt aus einem Video. Konkret ging es damals, 2013, um eine angebliche Todesdrohung Al-Qaedas gegen den ehemaligen thailändischen Premierminister Thaksin Shinawatra. Allerdings verbreitete sich das Video nicht in den sonst üblichen Foren.

Adul Sangsingkeo, Commisioner der thailändischen Polizei, ordnete Untersuchungen über das Video an, da vieles für eine Fälschung spräche. Dieses Video kursierte bereits 2013 in thailändischen Raum und kann heute noch auf Youtube angesehen werden:


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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