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Cybergrooming: Wenn Kinder im Internet belästigt werden

Tom Wannenmacher, 9. Februar 2021

Schütze Dein Kind vor Missbrauch im Netz! „Angemacht“ im Internet: Wenn Kriminelle online versuchen, sich Minderjährigen sexuell zu nähern, spricht man von Cybergrooming.

Cybergrooming bedeutet, dass Kinder und Jugendliche im Internet belästigt werden! Bei „Cybergrooming“ machen sich Erwachsene an Kinder und Jugendliche heran. Die „Groomer“ verfolgen das Ziel, ihre Opfer sexuell zu missbrauchen.

Meist versuchen die Täter, sich bei den Opfern das Vertrauen zu erschleichen, oft auch über längere Zeiträume. Sie verwickeln die Jugendlichen in Gespräche und fordern später Fotos von ihnen. Anfangs sind dies noch ganz harmlose Bilder („Du bist ja so hübsch, hast du noch weitere Bilder?“), später werden Oben-ohne-Aufnahmen verlangt, dann Nacktfotos und dann Bilder beim Sex, oft auch mit der Webcam aufgenommen.

Kinder erleben es anfangs als bestärkend, wenn Unbekannte sie hübsch, toll und attraktiv finden. Das schmeichelt ihnen und daher bleiben sie oft auch bei der Sache. Dies ist vor allem der Fall, wenn die Betroffenen in ihrem direkten Umfeld kaum positive Erfahrungen machen: Schwierigkeiten in der Schule, keine engen Freund/innen, dicke Luft oder wenig Zuneigung im Elternhaus.

TV-Spot zu diesem Thema von schau-hin.info

Wie können Kinder und Jugendliche sich schützen?

Wir empfehlen Kindern und Jugendlichen, zu trainieren, auf ihr Bauchgefühl zu hören: Man kann lernen zu erkennen, wenn „etwas komisch ist“. Kinder und Jugendliche können üben, wie man im Internet „Nein“ sagt, und wie man Hilfe holen kann, wenn man ein ungutes Gefühl bei einer Sache hat.
Hilft es, wenn Kinder, die Cybergrooming bemerken, „Nein“ sagen? Ja, es hilft! Potenzielle Täter wollen sich das Leben nicht schwer machen. Die Täter suchen sich Kinder und Jugendliche aus, die „leicht zu haben sind“ und sich schnell einschüchtern lassen, z.B. mit Sätzen wie „Wehe, du sagst es weiter, du hast mir ja das Bild geschickt, du bist schuld“.

Die Täter haben in der Regel lange Listen von Kindern, mit denen sie über einen längeren Zeitraum Kontakt halten (dies oft auch mit mehreren Profilen). Sie führen meist genau Buch, mit welchem Kind welcher „Fortschritt“ erreicht wurde. Wird ein Kind zu kompliziert, verlieren sie in der Regel schnell das Interesse.

Welche Rolle spielen Eltern dabei?

Auch Eltern können ihren Kindern helfen, diese Kompetenzen aufzubauen: Sie können mit ihren – sogar schon recht kleinen – Kindern reden (ab der 3. Klasse Volksschule / Grundschule sinnvoll), dass es im Internet Personen gibt, die vielleicht „etwas von ihnen wollen, was sie selbst nicht wollen und grauslich finden“.

Eltern können ihre Kinder darin bestärken, zu sich zu stehen und selbst zu bemerken, wann ihnen etwas gut tut und wann nicht. Sie können an der Lebenswelt ihrer Kinder teilhaben und sich informieren, was in Facebook (oder anderen Netzwerken) gerade aktuell ist. Sie können interessiert sein, auch wenn sie selbst nicht aktiv in Sozialen Netzwerken sind.

Daher: Liebe Eltern, redet mit euren Kindern und entwickelt Strategien, wie das „Nein-Sagen“ im Sozialen Netzwerk funktionieren kann!

Tipps zum verbalen Training gegen „Cybergroomer“:

  • „Lass mich in Ruhe!“
  • „Ich will das nicht!“
  • „Was du da machst, ist verboten. Ich melde das der Polizei/Ich zeige dich an!“
  • „Ich erzähle weiter, was du da machst, damit du nicht andere Kinder belästigen kannst.“
  • „Ich habe alles, was du gemacht hast, gespeichert. Ich habe Beweise!“
  • „Du bist schuld! Das, was du mit mir gemacht hast, ist nicht in Ordnung.“

Und dann nicht vergessen: Die potenziellen Täter melden und unbedingt Beweise sichern (z.B. Screenshots der Konversation)! Im Zweifelsfall kann es auch helfen, ein neues Konto anzulegen und sich dann die Facebook-Freund/innen genauer auszusuchen, indem man  nur die aufnimmt, die man wirklich kennt.

Schützen Sie Ihre Kinder davor. Sprechen Sie mit ihnen darüber, bevor es passiert. Erstatten Sie Anzeige, wenn es passiert ist.
Weitere Infos und Videospot bei „SchauHin“
Artikelbild: Shutterstock / tenenbaum

 

 


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