CSU: „Mehr Faschismus wagen“ ist ein Fake

Andre Wolf, 9. Oktober 2018
CSU: „Mehr Faschismus wagen" ist ein Fake
CSU: „Mehr Faschismus wagen" ist ein Fake

Ein Foto zeigt in seinem Zentrum ein vermeintliches Plakat der CSU. Auf diesem Plakat sind drei Politiker abgebildet.

Man sieht Matteo Salvini, Sebastian Kurz und Horst Seehofer, die hier sinnbildlich für einen rechtkonservativen/populistischen Kurs stehen sollen. Über den drei abgebildeten Personen findet sich dick der Slogan „Mehr Faschismus wagen.“

Nach Angaben einer Facebookseite will die CSU mit diesem Plakat wohl noch von „33 auf 45″ % gelangen. Die Facebookseite, die dieses Plakat postet, nennt sich Peng..

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Es gibt nicht nur dieses Foto eines Plakats, welches den Slogan trägt, sondern noch ein weiteres, auf dem Markus Söder zu sehen ist. auch dieses Foto des Plakats findet sich auf einem Account von Peng. und zwar bei Instagram:

Die Plakate sind ein Fake!

Interessant ist, dass diese Plakate sowohl bei Twitter, also auch bei Instagram und Facebook in den Accounts von Peng. auftauchen. Bei den Betreibern dieses Accounts handelt es sich um das PENG! Collective aus Berlin [1], die in der Vergangenheit bereits mehrfach durch professionell aufgezogene Fake-Kampagnen auffielen. Bei Peng. handelt es sich um einen eingetragenen Verein und eine NGO (Nichtregierungsorganisation)[2].

Beispiele:

Steckt Peng. da wirklich hinter?

Das Onlinemagazin der ZEIT ze.tt hat hier auch schon angesetzt und die Echtheit der Plakate hinterfragt. In dem Artikel „Wahlen in Bayern: Diese gefälschten Wahlplakate dürften der CSU gar nicht gefallen“ (siehe hier) erfährt man, dass die Plakate lediglich auf den Fotos existieren. Ze.tt hat Kontakt zur Münchner Polizei aufgenommen, denen die Fotos zwar bekannt waren, jedoch an den realen Orten die Plakate nicht vorfanden.

Ebenso fragte Ze.tt bei Peng. an. ob sie hinter der Aktion stecken, jedoch erteilte Peng. die Auskunft, dass sie diese Plakate nicht geklebt hätten.

Das Künstler*innenkollektiv antwortete auf eine Anfrage von ze.tt, sie hätten die Plakate nicht geklebt.

Nun… nicht geklebt. Da diese Plakate auch nicht real existieren, sollte man vielleicht die Frage neu stellen, jedoch leicht verändert: Inwieweit ist Peng. in diese Aktion involviert?


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