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Coronvirus: Aufnahmen zeigen Massengräber in New York – der Faktencheck

Kathrin Helmreich, 15. April 2020
Coronvirus: Aufnahmen zeigen Massengräber in New York - der Faktencheck
Coronvirus: Aufnahmen zeigen Massengräber in New York - der Faktencheck

Auf der Insel Hart Island im US-Bundesstaat New York werden seit Jahrzehnten anonyme Bestattungen abgehalten. Nun werden auch Corona-Tote beigesetzt, die weder Familie noch Freunde haben.

Massengräber auf Hart Island in New York

Aufnahmen zeigen Personen in Schutzkleidung, die rund 40 Särge in einem Massengrab bestatten.
Auf der Insel Hart Island werden seit Jahrzehnten anonyme Bestattungen durchgeführt.

Aktuell beschäftigt viele Facebook-Nutzer ein Drohnenvideo, das zeigt, wie Personen in Schutzkleidung, rund 40 Holzsärge in einem Massengrab bestatten. Es geht dabei um Aufnahmen der Insel Hart Island in New York:

Screenshot mimikama.at
Screenshot mimikama.at

Der Faktencheck

Die Insel Hart Island im New York City Stadtteil Bronx, dient seit rund 150 Jahren als letzte Ruhestätte für anonyme, mittellose oder Verstorbene ohne Hinterbliebene, die sich um eine Beerdigung hätten kümmern können. (wir berichteten)

Laut dem derStandard ist unklar, ob tatsächlich alle Verstorbenen, die während der Aufnahme in mehreren Reihen beigesetzt wurden, mit dem Coronavirus infiziert waren. Üblicherweise werden dort einmal die Woche rund 20 Verstorbene beigesetzt, nun fänden Beerdigungen an fünf Tagen die Woche statt.

Bürgermeister Bill de Blasio reagierte am 10. April 2020 via Twitter auf Befürchtungen, dass aufgrund der hohen Zahl an Corona-Verstorbenen, Massenbestattungen notwendig werden könnten. Er erklärt, dass es auf Hart Island keine Massenbegräbnisse geben wird, mit Ausnahme derer, die von ihren Angehörigen eben nicht beigesetzt werden können.

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COVID-19 habe nichts an der Vorgehensweise geändert, sterbliche Überreste solange aufzubewahren, bis Familienmitglieder oder Freunde bereit sind, ein Begräbnis zu arrangieren. Der Virus jedoch fordere einen schrecklichen Tribut und jahrzehntelang hat die Stadt New York Menschen auf Hart Island begraben, wenn es sonst niemanden gab, der es hätte tun können. Dies sei eine tragische Realität.

Mit der erhöhten Zahl der Todesfälle, gibt es auch mehr Menschen ohne Familie oder Freunde, die sterben und diese Menschen würden auf Hart Island beerdigt werden.

Laut BBC ist der Bundesstaat New York am stärksten vom neuen Coronavirus betroffen. Über 7.000 Menschen sind bereits im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. (Stand: 10.4.2020)

Fazit:

Es handelt sich also in dem Sinne um keine Massengräber nur für Corona-Verstorbene an sich. Auf Hart Island finden bereits seit langer Zeit Bestattungen von Menschen statt, die keine Familie oder Freunde hatten, die sich um eine private Beerdigung hätten kümmern können. Diese werden jedoch in Massengräbern, in die rund 150 erwachsene Personen passen, auf der Insel beigesetzt.

Da New York durch den Virus aktuell mehr Todesfälle zu beklagen hat, als viele andere Länder, kommt es nun vermehrt zu diesen anonymen Bestattungen.

Weitere Quellen: Spiegel, CNN, The Guardian

 


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