Corona: Wie gefährlich sind Weihnachtsmärkte und Co?

Claudia Spiess, 24. November 2021
Weihnachtsmarkt / Screenshot YouTube SWR Marktcheck
Weihnachtsmarkt / Screenshot YouTube SWR Marktcheck

Die zunehmend lockerer werdende Einstellung vieler Menschen, die sich allein auf die 2G-Corona-Regeln verlassen, könnte bei Veranstaltungen nach hinten losgehen.

Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei, doch sind mittlerweile sehr viele Menschen geimpft oder auch von einer Erkrankung genesen. Die 2G-Regel gilt vielerorts, auch an Weihnachtsmärkten oder bei sonstigen Freiluft-Veranstaltungen.

Verglichen mit dem Vorjahr sind nun weitaus mehr Personen wieder bei Veranstaltungen wie Fußballspielen, Fasnachtbeginn oder auch aktuell auf Weihnachtsmärkten unterwegs. In Interviews zeigt sich, dass sie sich unter Geimpften und Genesenen durchaus sicher fühlen. Auch ohne Maske oder Abstandsregelungen.

Doch wie sicher ist man hier tatsächlich vor einer möglichen Corona-Infektion? Das Team von SWR Marktcheck hat Experten zu diesem Thema befragt.

Nicht risikofrei!

Ansteckung im Freien soll – vor allem bei 2G – so gut wie unmöglich sein, heißt es immer wieder.

Prof. Dr. Ulrich Pöschl vom Max-Planck-Institut erklärt dazu: „Das verflüchtigt sich dort tatsächlich viel schneller als im Innenraum. Im Außenraum ist es etwas geringer, weil sich´s verflüchtigt. Aber eben nicht so schnell.“

Er erklärt weiters am Beispiel der bei kühleren Temperaturen sichtbaren Atemluft die Abstandsregeln: „Auf Entfernungen von einem Meter in etwa kann man sehr wohl auch noch Tröpfchen übertragen. Auch im Freien.“

Vor allem sind draußen Tröpfchen weit gefährlicher als Aerosole. So werden beim lauten Sprechen oder Singen so viele Tröpfchen wie beim Niesen oder Husten ausgestoßen.
Aerosole sind Tröpfchen kleiner als 0,1 mm, größere Tröpfchen haben allerdings ein derart großes Volumen, dass bereits ein einzelnes davon bereits für eine Infektion reicht.

Infektion trotz Impfung: Impfdurchbrüche

Die Wirksamkeit der COVID-19 Impfungen ist zwar sehr gut, beträgt aber nicht 100 Prozent. Das heißt, es gibt immer einen Anteil Geimpfter, der sich infiziert, weil nicht jeder ausreichend Abwehrkräfte entwickelt.
Hinzu kommt, dass sich der Impfschutz desto eher abbaut, je länger die Impfung zurückliegt. Nachlassender Impfschutz trifft derzeit auf Rekord-Infektionszahlen und die viel ansteckendere Delta-Variante des Virus.

Prof. Dr. Matthias Ebert, Infektiologe am Uniklinikum Mannheim, erklärt dazu: „Die Impfung schützt vor dem schweren Verlauf. Und zwar sehr, sehr gut. Zu 90 Prozent. Die Impfung schützt aber nicht davor, dass ich nicht selbst auch leicht erkranken kann, und die Impfung schützt auch nicht davor, dass ich die Infektion weiter tragen kann.“

Experten raten daher dringend zu einer dritten Impfung, dem „Booster“, um den Impfschutz zu stärken.

Corona-Welle brechen

Auch Geimpfte sollten sich beispielsweise regelmäßig testen, empfiehlt das RKI.

Große Menschenmassen sollte man besser vermeiden. Wenn es jedoch unumgänglich ist, dann empfiehlt sich eine FFP2- oder gar eine FFP3-Maske, so Prof. Dr. Ulrich Pöschl.

Experten sagen, es wäre immer noch möglich, die aktuelle Corona-Welle zu brechen. Und das mit einfachen Maßnahmen, die wir bereits alle schon kennen: Masken, Abstand, Hygiene-Maßnahmen, Kontakte vermeiden und zu guter Letzt natürlich auch eine Impfung oder eben nach 4 – 6 Monaten die Auffrischung.

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Quelle: SWR Marktcheck – Doc Fisher / YouTube


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