Ich hatte Corona: „Das kann nicht wahr sein“

Claudia Spiess, 18. Februar 2022
Erst war es ein Schock, und ich überlegte, was alles passieren könnte.
Erst war es ein Schock, und ich überlegte, was alles passieren könnte.

Menschen erzählen uns ihre Geschichte. Menschen senden uns ihre „My Corona-Story“ (sic!)


Es war der 10. Mai und das Ende der Corona Winterwelle 2021. Ein sehr guter Freund von mir rief mich an und fragte mich, ob ich ihn vom Autohaus abholen konnte, da sein Auto defekt wäre. Natürlich antwortete ich: „Kein Problem, ich komme gleich vorbei“.
Fünf Minuten später war ich dann an besagter Vertragswerkstatt, und wir saßen ungefähr 15 Minuten im Auto, da wir, bedingt durch einen Unfall, einen kleinen Umweg fahren mussten.
Donnerstags, es war Christi Himmelfahrt, war ich morgens trainieren. Mittags hatte ich ein leichtes Räuspern entwickelt. Mit dem Gedanken, ich hätte mich mal wieder überanstrengt, bin ich abends dann ins Bett gegangen. Schließlich kann ich kein Corona gehabt haben. In dieser Zeit herrschte nämlich in meinem Bundesland gerade Testzwang für alle, die in ein Fitnessstudio wollten und so hatte ich mich mittwochabends noch testen lassen.

„Corona positiv? Das kann nicht wahr sein“

Freitagmorgens hatte ich wieder einen Termin in meiner Stammapotheke, da ich anschließend wieder ins Fitnessstudio wollte. Gesagt, getan fuhr ich mit dem Moped in die Innenstadt und ließ mich testen. Freitags ist bei uns auch immer Markt, deswegen hatte ich die Wartezeit zum frischen Obst und Gemüsekauf auf dem Markt benutzt. 20 Minuten später, ich lud gerade den Einkauf in die Seitenkoffer, bekam ich einen Anruf.
Ich weiß noch bis heute, dass ich erst einmal nicht wahrhaben wollte, als mir die Apothekerin am Telefon sagte, ich wäre positiv. Meine persönliche Beteuerung, dass es nicht wahr sein konnte, ließ sie nicht zu und sie habe keine andere Wahl, als dem Gesundheitsamt Bescheid zu geben.

„Was könnte jetzt alles passieren?“

Natürlich war es ein Schock erst einmal und ich überlegte, was jetzt alles passieren konnte. Man sollte noch erwähnen, um es besser einordnen zu können, dass ich nicht unbedingt der schlankeste Mensch auf diesem Planeten bin.
Ich versuchte am Freitag meine Hausärztin anzurufen, in der Hoffnung, dass sie freitags, trotz des Feiertags davor, offen hätte und zu Glück war es auch so. Abends dann entwickelte ich die ersten richtigen Symptome mit Husten, Schnupfen, Kopfweh und Abgeschlagenheit.
Mein Glück an der ganzen Sache war, dass ich in einer höheren Prioritätengruppe war, da ich in einem systemrelevanten Bereich innerhalb meines Arbeitgebers arbeite und ich deswegen über den Betriebsarzt schon am 30.04.2021 meine erste Impfdosis bekommen hatte.

„Wer könnte mich angesteckt haben?“

Ich hatte nach dem Besuch bei meiner Hausärztin angefangen zu recherchieren, wer mich angesteckt haben könnte. Meine Nachricht in die Freundes-WhatsApp-Gruppe gab dann die Antwort.
Mein Kumpel hatte seit mittwochabends erste Symptome und er warte gerade auch auf seinen PCR-Test. Er wollte aber erst was sagen, wenn er ein Ergebnis hätte (er ist anfällig für Angina und es fühlte sich anscheinend anfangs auch genauso an). Samstag dann das Ergebnis und zu diesem Zeitpunkt wusste ich bereits, dass es positiv sein muss.
Aber mehr als diese paar Symptome bekam ich nie. Anders als mein Kumpel, der ausgehend vom Husten über Kopfweh und Geruchs- und Geschmacksverlust bis kurzzeitige Atemnot alle Symptome hatte und das über 1 1/2 Wochen (er war aber nicht im Krankenhaus).
Als Vergleich: Er, gertenschlank, Sportler, aktiver Fußballer, Topfit.
Ich, BMI knapp über 35, Bluthochdruck, aber sonst gesund.

Ich bin davon fest überzeugt, dass nur die erste Impfung mir so einen milden Verlauf beschert hat

In diesen zwei Wochen hatte ich fast jeden Tag mit ihm telefoniert und man konnte durchs Telefon hören, wie schlecht es ihm ging. Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, da meine Symptome nach 4-5 Tagen komplett weg waren (wie schon gesagt ein bisschen die klassischen Erkältungssymptome) und er, aus meiner Sicht, so einen schweren Verlauf hatte.
Ich weiß, es klingt wie ein Klischee, aber aus dieser ganzen Angelegenheit habe ich gelernt, dass es nur wenige Minuten braucht, um sich anzustecken und wie wichtig eine Impfung ist.


Wenn auch du uns deine Corona-Story senden möchtest, dann kannst du diese gerne tun. Lass andere Menschen daran teilhaben. Sende uns bitte dazu eine E-Mail an [email protected] Schreibe uns auch bitte dazu, ob wir deinen Namen veröffentlichen sollen oder nicht.


Weitere Storys findet man hier vor: https://www.mimikama.at/category/mycoronastory/


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