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COVID-Infodemie fordert viele Tote durch falsche Corona-Gerüchte!

Claudia Spiess, 11. August 2020
COVID-Infodemie fordert viele Tote durch falsche Corona-Gerüchte!
COVID-Infodemie fordert viele Tote durch falsche Corona-Gerüchte!

Corona-Fehlinformationen haben seit Beginn der Pandemie Hunderten Menschen das Leben gekostet.

Aufgrund von Fehlinformationen, wie man sich gegen das Corona-Virus schützen könnte, mussten hunderte Menschen sterben. Tausende mussten sich in einem Krankenhaus medizinisch versorgen lassen.

Angebliche Corona-Heilmittel

Bleichmittel, Methanol, Kamelurin – um nur einige zu nennen. Vor allem in Sozialen Netzwerken wurden Gerüchte über die Wirkung von „Heilmitteln“ oder sonstigen Methoden, die gegen eine Infektion mit dem Coronavirus helfen sollten, breit gestreut.

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In Indien wurde den Menschen die Einnahme von Kuhurin oder Kuhdung empfohlen. In Saudi-Arabien sollte Kamelurin mit Limone gegen eine Ansteckung helfen. Das Trinken von hochprozentigem Alkohol, um den Körper zu desinfizieren, kostete weltweit rund 800 Menschen das Leben. Durch Trinken von Methanol erblindeten 60 Menschen, rund 5.900 mussten in einem Krankenhaus behandelt werden.

Dies ergab nun eine Studie, die derartige Gerüchte der Auswirkung auf die öffentliche Gesundheit gegenüberstellte.

Studie zu Corona-Infodemie

Die Studie wurde von einem Team internationaler Wissenschaftler durchgeführt und im „American Journal of Tropical Medicine and Hygiene“ veröffentlicht. Die darin analysierten Daten stammen aus dem Zeitraum Dezember 2019 bis April 2020.

Insgesamt wurden 2.311 Berichte über Gerüchte, Stigmatisierung und Verschwörungstheorien in Zusammenhang mit Corona in 25 Sprachen aus 87 Ländern identifiziert. Die Angaben betrafen Krankheit, Übertragung und Mortalität (24%), Kontrollmaßnahmen (21%), Behandlung und Heilung (19%), Krankheitsursache einschließlich Herkunft (15%), Gewalt (1%) und Sonstiges (20) %).

Von 2.276 Berichten, für die Textbewertungen verfügbar waren, waren 1.856 Behauptungen falsch (82%). 

Stigmatisiert wegen Virus

Auch untersuchte das Forscher-Team Stigmatisierung als Folge von Corona.

Ein Mann in Indien habe sich das Leben genommen, da er dachte, mit dem Corona-Virus infiziert zu sein. Für ihn bedeutete eine mögliche Erkrankung Schande.

Menschen asiatischer Abstammung sowie Mitarbeiter des Gesundheitssystems wurden wiederholt verbal und physisch attackiert, da sie für die Ausbreitung des Corona-Virus verantwortlich gemacht wurden.

Forderung der Forscher

Um die „Infodemie“, die neben der Pandemie aufgetreten ist, eindämmen zu können, fordern die Forscher Regierungen und Organisationen auf, Fehlinformationen zum Corona-Virus besser zu kontrollieren. Sie sollten „mit Social-Media-Unternehmen zusammenarbeiten, um korrekte Informationen zu verbreiten“ und gefährliche Gerüchte als falsch zu kennzeichnen.

Quelle: ORF / American Journal of Tropical Medicine and Hygiene
Artikelbild: Shutterstock / Von rafapress


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