Corona: Faktenchecks zum Thema Covid / Coronavirus SARS-CoV-2

Corona: Facebook war Notfall-Nachrichtensystem

Tom Wannenmacher, 29. September 2021
Artikelbild: Von Ascannio / Shutterstock.com
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Menschen nutzten Seite zu Beginn der Krise für wichtige Informationen und Unterstützung

Während der Corona-Pandemie hat das größte soziale Netzwerk Facebook als informelles Notfall-Nachrichtensystem fungiert, das Nutzern in der Krise wichtige Informationen und Unterstützung anbot. Das bestätigt eine Studie der School of Public Health (SPH) der University of Minnesota, die die Kommunikation auf Facebook während der Pandemie analysiert hat.

„Ausmaß ist gigantisch“

„Die Corona-Pandemie ist ein nationaler Stressfaktor, der uns alle betrifft. Gleichzeitig haben wir mit Facebook ein Tool zur Verfügung, das uns verbindet und uns dabei helfen kann, diese Notsituation zu meistern – das war eine noch nie dagewesene Chance für diese Seite, sich in den Dienst der guten Sache zu stellen“, so SPH-Studienleiter Jude Mikal.

Um zu untersuchen, inwieweit das in der Praxis auch tatsächlich funktioniert hat, hat er mit seinem Team die Kommunikation auf dem Online-Portal bereits seit den ersten Lockdown-Tagen in den USA unter die Lupe genommen.

Das Ergebnis hat selbst den Experten überrascht.

„Das Ausmaß, in dem soziale Medien als Notfall-Nachrichtensystem fungiert haben, ist gigantisch“, betont Mikal und ergänzt: „Schon in den ersten zwei Wochen haben die Leute Unmengen von Informationen miteinander geteilt, um sich gegenseitig zu unterstützen, aufzubauen und dabei zu helfen, ein Verständnis dafür zu entwickeln, was da eigentlich passiert und wie gefährlich das sein kann.“

Kontinuierliche Veränderung

Dem Forscher zufolge hat sich die Art und Weise der Kommunikation zum Thema Corona auf Facebook während der Pandemie kontinuierlich verändert und weiterentwickelt. In den ersten Wochen wurde die Seite etwa vorrangig dafür genutzt, grundlegende Informationen zu COVID-19 auszutauschen – zum Beispiel wurde erklärt, wie man sich ansteckt, wie man sich schützt und was man tun kann, um die eigenen Kinder im Lockdown zu bespaßen.

Später mischten sich dann immer öfter auch politische Ansichten und Falschinformationen in die geteilten Inhalte der User. Laut Mikal liegt eine Ursache dafür auch in der zu zögerlichen Kommunikation seitens offizieller Stellen wie dem Center for Disease Control and Prevention (CDC) http://cdc.gov .

„Weil das CDC zu lange gebraucht hat, um seine Informationen zu posten, gingen die Nutzer dazu über, nur bedingt zutreffende Nachrichten von weniger vertrauenswürdigen Quellen zu verbreiten“, so der Forscher.

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Quellen: pte, Studie: University of Minnesota
Artikelbild: Von Ascannio / Shutterstock.com


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