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Clubhouse leakt 3,8 Milliarden Telefonnummern

Claudia Spiess, 26. Juli 2021
Clubhouse leakt 3,8 Milliarden Telefonnummern
Artikelbild: Von rafapress / Shutterstock.com

Clubhouse sammelt Telefonnummern auch von Personen, die diese App gar nicht verwenden. Dies könnte datenschutzrechtliche Folgen für die Betreiber haben.

Im Darknet wird derzeit die vollständige Datenbank von Clubhouse angeboten, glaubt man einem Nutzer, der eben diese Datenbank privat über eine Auktion verkaufen möchte.

Nicht nur Clubhouse-Nutzer betroffen

Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass hier Daten von allen Clubhouse-Nutzern gehandelt werden, sind auch Personen betroffen, die diese App gar nicht nutzen oder kennen.

Da Clubhouse rund 10 Millionen User zählt, wäre hier die Anzahl von 3,8 Milliarden Telefonnummern gar nicht plausibel.

Denn angeblich sammelt Clubhouse sämtliche Telefonnummern von Kontakten seiner Nutzer. Hat man also die App auf seinem Handy installiert und fügt einen neuen Kontakt hinzu, wird dieser im Hintergrund sofort synchronisiert.

Verkauf der Datenbank

Nun wird also die Datenbank zum Verkauf angeboten. Damit Interessenten sich von der Echtheit überzeugen könnten, wird ihnen eine kostenlose „Probe“ mit 83 Millionen Telefonnummern angeboten.

Laut dem Verkäufer sind 3,8 Milliarden Telefonnummern in der Datenbank vorhanden: Handy- und Festnetznummern von Privatpersonen und Firmen.

Datensammler Clubhouse

Warum sammeln die Betreiber der App Daten von Personen, die ihre App gar nicht nutzen? Angeblich für ein sogenanntes „Scoring-System“. Mit Hilfe eines solchen Systems will Clubhouse die Vernetzung von Privatpersonen und Unternehmen bewerten. Davon abhängig, wie oft eine gewissen Nummer auf den Smartphones der App-Nutzer gefunden wird, desto höher ist das „Scoring“.

Diese Information wäre wohl interessant für den Weiterverkauf an Werbe- und Analysefirmen.

Daten von Nicht-Nutzern zu sammeln bedeutet in einigen Ländern einen Verstoß gegen das Datenschutzgesetz, in der EU ist dies durch die Allgemeine Datenschutz-Verordnung (General Data Protection Regulation GDPR) verboten. Umso schlimmer, dass diese womöglich sogar noch an Drittfirmen verkauft werden sollen.

Sollten die Daten in diesem Leak also echt sein, wird die EU die Betreiber von Clubhouse zur Verantwortung ziehen müssen.

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Quelle: futurezone.at


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