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Die Sache mit dem Bürgermeister von Metz

Andre Wolf, 24. März 2020
Bürgermeister Metz
Bürgermeister Metz

Ein Kettenbrief: Der Bürgermeister von Metz weigert sich, das  Schwein aus dem Menü der Kantine der Schule zu entfernen, erklärt warum.

Es geht um diesen „mutigen“ Bürgermeister, der die Bitte von muslimischen Eltern ablehnt, Schweinefleisch aus den Kantinen der Schulen zu verbannen. Laut einem Kettenbrief war es der Bürgermeister von Metz mit dem Namen Dominique Gros, der sich tapfer gegen das Ende des Schweinefleisches einsetzt (Kettenbrief findet sich am Ende dieses Artikels).

Dieser Kettenbrief findet natürlich großen Anklang, da es ja um die Verteidigung der westlichen (Schweinefleisch-) Kultur geht. Doch dieser Kettenbrief hat ein großes Problem: Er ist ein Fake!

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Woher wir das wissen? Ganz einfach: der Kettenbrief ist nicht neu, sondern schon seit Jahren im Umlauf. Und immer wieder wird dort ein anderer Politiker genannt, der sich aufopferungsvoll gegen die Bitte muslimischer Eltern einsetzt. Nur kurz zu Identifikationszwecken an dieser Stelle der Anfang des Kettenbriefs:

Der Bürgermeister von Metz, Dominique Gros, (PS) weigert sich, das Schwein aus dem Menü der Kantine der Schule zu entfernen, erklärt warum.

Muslimische Eltern haben die Abschaffung des Schweins aller Kantinen der Schulen in einem Vorort von Metz Borny beantragt. Der Bürgermeister lehnte ab, und der Stadtsekretär hat allen Eltern eine Notiz mit folgender Erklärung geschickt :

Muslime müssen verstehen, dass sie sich an Lothringen und Frankreich, ihre Bräuche, ihre Traditionen, ihren Lebensstil anpassen müssen, denn dorthin haben sie sich entschieden einzuwandern.

Bürgermeister Kettenbrief
Bürgermeister Kettenbrief

Faktencheck Bürgermeister Metz

Stammt dieser Brief aus Metz? Nein! Der Kettenbrief ist der Gemeinde Metz sogar bekannt und in französischen Medien wurde der Inhalt bereits dementiert. Die Webseite „actu.fr“ schreibt von einem islamfeindlichen Hoax.

Ferner dementiert auch die Gemeinde Metz (Moselle) diesen Kettenbrief und nennt den Inhalt eine Falschmeldung. Zudem erfährt man, dass es in den Kantinen in Metz neben Schweinefleisch auch fleischlose Alternativen, bzw. Gerichte ohne Schweinefleisch gibt.

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Bürgermeister WELTWEIT

Diesen Kettenbrief gibt es nicht allein in der Version „Metz“, sondern mit identischem Wortlaut wird er an anderen Stellen mit der Nennung des Bürgermeisters von Montreal (hier), Durval (hier) oder einer Stadt in den Niederlanden (hier) verbreitet.

Man erkennt also, dass es sich um einen Kettenbrief handelt, der dynamisch versendet werden kann, jedoch überall ein Fake ist. Die Bitte an sich dürfte kaum an einem Ort festgemacht werden können, ebenso die Aussage des vermeintlichen Bürgermeisters.

Am Ende haben wir es jedoch mit einem Narrativ zu tun (Muslime wollen Christen das Schweinefleisch verbieten), welches für sich so überzeugend klingt, dass die Falschmeldung nicht bemerkt wird.

Der Kettenbrief in der Version „Metz“ komplett:

Der Bürgermeister von Metz, Dominique Gros, (PS) weigert sich, das Schwein aus dem Menü der Kantine der Schule zu entfernen, erklärt warum.

Muslimische Eltern haben die Abschaffung des Schweins aller Kantinen der Schulen in einem Vorort von Metz Borny beantragt. Der Bürgermeister lehnte ab, und der Stadtsekretär hat allen Eltern eine Notiz mit folgender Erklärung geschickt :

Muslime müssen verstehen, dass sie sich an Lothringen und Frankreich, ihre Bräuche, ihre Traditionen, ihren Lebensstil anpassen müssen, denn dorthin haben sie sich entschieden einzuwandern.

Sie müssen verstehen, dass sie sich integrieren und lernen müssen, in Lothringen zu leben. Sie müssen verstehen, dass es an Ihnen liegt, ihren Lebensstil zu ändern, nicht an den Franzosen und Französinnen, die sie so großzügig begrüßen.

Sie müssen verstehen, dass die Franzosen weder rassistisch noch fremdenfeindlich sind, sie haben viele Einwanderer vor den Muslimen aufgenommen (das Gegenteil gibt es nicht, d. h. muslimische Staaten akzeptieren keine nichtmuslimische Einwanderer).

Ebenso wenig wie andere Länder haben die Lothringer nicht vor, ihre Identität und Kultur aufzugeben.

Und wenn Frankreich ein Land der Aufnahme ist, ist es nicht der Bürgermeister von Metz Dominique Gros (PS), der Ausländer empfängt, sondern die französischen Metzer und Lothringer.

Letztendlich müssen sie verstehen, dass wir in Metz (Lothringen) christliche jüdische Wurzeln, Weihnachtsbäume und religiöse Feiertage haben, aber die Religion muss in dem privaten Bereich bleiben.

Die Gemeinde Metz königliche und kaiserliche Stadt hat das Recht, jede Konzession an den Islam und die Sharia abzulehnen.

Für Muslime, die mit dem Säkularismus nicht einverstanden sind und sich nicht wohl in Metz Lorraine Pays de Jeanne D ‚arc fühlen, gibt es 57 schöne muslimische Länder auf der Welt (die Mehrheit unterbevölkert) die bereit sind sie zu empfangen. Mit großen offenen Halal Armen und im Einklang mit der Sharia.

Wenn du dein Land verlassen hast, um nach Frankreich zu kommen und nicht in ein anderes muslimisches Land, ist es weil sie denken, dass das Leben in Lothringen besser ist, als anderswo. Stellen Sie sich nur einmal die Frage; warum ist das Leben in Frankreich besser als in ihrem Heimatland? Nach einer ehrlichen und ruhigen Reflexion wirst du sehen, wie das Licht dich erobern und den Unsinn aus Deinem Geist jagt.

Eine Kantine, in der man Schweinefleisch oder Quiche Lorraine mit einem guten Erdbeer-Kuchen oder der Mirabelle von Lorraine serviert, ist Teil dieser Antwort.

Dieser Bürgermeister hat recht, jeder denkt es aber es zu sagen ist etwas anderes.


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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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