Nein, die britische Polizei ermittelt nicht bezüglich der COVID-19-Impfstoffe!

Ralf Nowotny, 26. Januar 2022

Es kursiert die Behauptung, dass in Großbritannien nun bezüglich der COVID-19 Impfstoffe ermittelt wird. Doch eine Anzeige ist noch keine Ermittlung!

Die Zahl 6029679/21 wird in einschlägigen Kreisen bejubelt: Es handelt sich nämlich angeblich um die „Fallnummer“, unter der die britische Polizei bezüglich der COVID-19 Impfstoffe ermittelt, die Vorwürfe lauten unter anderem fahrlässige Tötung, Mord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Doch eine Anzeige alleine bedeutet nicht, dass bereits aktiv ermittelt wird.

Die Anzeige

Am 20. Dezember wurde bei der Polizei von Hammersmith und Fulham von mehreren Leuten eine Klage eingereicht. Die Vorwürfe richten sich gegen die COVID-19 Impfstoffe und die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel. Die Behörde soll die Impfstoffdaten, -versuche und -studien nicht mit der gebotenen Sorgfalt geprüft und die durch Impfstoffe verursachten Todesfälle, Schäden und Verletzungen ignoriert haben.
Die Liste der Vorwürfe ist lang: Amtsmissbrauch und Fehlverhalten im öffentlichen Dienst, Verschwörung zur schweren Körperverletzung, Körperverletzung, Verschwörung zur Verabreichung eines giftigen oder schädlichen Stoffes zur Herbeiführung von schwerem Schaden und Tod, fahrlässige Tötung, Tötung durch Unternehmen, Korruption, Betrug, Erpressung, Mord, Verschwörung zum Mord, Terrorismus, Völkermord, Folter, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, falsche Gefangenschaft, mehrfache Verletzung der Menschenrechte, Kriegsverbrechen, mehrfache Verletzung des Nürnberger Kodex 1947, mehrfache Verstöße gegen den Human Rights Act 1998 und Hochverrat.
In sozialen Medien werden viele Beiträge, Artikel und Sharepics dazu geteilt.


Eingereicht wurde die Klage von Sam White MD, Philip Hyland (PJH Law), Lois Bayliss (Broad Yorkshire Law) und dem pensionierten Polizisten Mark Sexton. Zudem wurden Robert F. Kennedy Jr., Dr. Reiner Füllmich,  Dr. Michael Yeadon und diverse andere Ärzte um Unterstützung der Klage gebeten.

Keine laufenden strafrechtlichen Ermittlungen!

Gegenüber Reuters erklärte die Metropolitan Police,  dass keine strafrechtlichen Ermittlungen im Zusammenhang mit COVID-19-Impfstoffen eingeleitet wurden. Auch die in vielen Beiträgen genannte Behauptung, dass aufgrund dessen mehrere Impfzentren von der Polizei geschlossen wurden, sei falsch.
Laut dem Sprecher bedeutet die Ausstellung einer CRN (Crime Reference Number = Aktenzeichen einer Straftat) nicht, dass eine Untersuchung eingeleitet wurde, nicht einmal, dass eine Straftat als „begangen“ anerkannt wurde!
Sie bedeutet lediglich, dass eine Anzeige aufgenommen wurde.

„Am 20. Dezember wurde auf einer Polizeistation im Westen Londons eine Reihe von Dokumenten vorgelegt, die den Vorwurf der Kriminalität im Zusammenhang mit dem britischen Impfstoffprogramm untermauern.
Beamte wurden mit der Überprüfung der Dokumente beauftragt. Dieser Prozess ist zeitaufwendig und hat sich durch die Einreichung weiterer Dokumente durch Personen, die online dazu aufgefordert wurden, verlängert.
Die Prüfung dauert an, aber bisher gibt es keine Hinweise auf ein Verbrechen, und es wurden keine strafrechtlichen Ermittlungen eingeleitet.

so der Polizeisprecher.

Fazit

Nach Angaben auf der Website der Polizei wird nach der Vergabe eines Aktenzeichens eine sogenannte „Ermittlungsbewertung“ durchgeführt. Dabei werden die gesammelten Informationen geprüft, um zu entscheiden, ob weitere Ermittlungen gerechtfertigt sind.
Kurz gesagt: Es laufen gar keine Ermittlungen, so wie behauptet wird, da unter der Nummer 6029679/21bisher nur die vorgetragenen Beweise gesammelt und bewertet werden.


Quellen: Reuters, AP
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