Bombendrohung am Hauptbahnhof – Polizei fasst Tatverdächtigen

Janine Moorees, 31. Juli 2017

Trier – Über das Internet-Kontaktformular des Polizeipräsidiums Trier ging Donnerstag um 13.19 Uhr eine unspezifische Bombendrohung für den Hauptbahnhof ein – Gebäude vorsorglich geräumt, schnelle Entwarnung.

Ein damals Unbekannter versuchte durch die Kontaktmail an die Polizei die Zahlung eines sechsstelligen Geldbetrages zu erpressen, ansonsten würde nach Ablauf eines Ultimatums eine Bombe am Bahnhof explodieren.

Die sofort eingeleiteten Analysen und Ermittlungen von Landes- und Bundespolizei sowie dem Landeskriminalamt führten zu der ersten Einschätzung, dass die Drohung als nicht realistisch einzuschätzen sei.

Der Hauptbahnhof wurde durch den gemeinsamen Einsatz vom Beamten der Bundespolizei und der Polizeiinspektion Trier, unter Einsatz eines Sprengstoffsuchhundes, vorsichtshalber für einen kurzen Zeitraum geräumt und durchsucht.

Tatsächlich stellte sich diese Ankündigung einer Bombenexplosion als wirklich übler Scherz heraus.

Freitag 28. Juli: 18-Jähriger meldet sich als vermeintlicher Zeuge, verstrickt sich in Widersprüche und gesteht die Tat. Staatsanwaltschaft Trier beantragt Haftbefehl.

Aufgrund des polizeilichen Einsatzes am Bahnhof anlässlich der gestrigen Bombendrohung, die er vor Ort beobachtet hatte, sah sich der junge Mann veranlasst, der Polizei bei den Ermittlungen des Täters zu helfen. Hierzu suchte er gegen 20 Uhr die Polizeidienststelle in der Südallee auf und gab ein angebliches Wissen zu Täter und Tat zu Protokoll. Dabei bezichtigte er eine ihm bekannte Person der Tat.

Der vernehmende Beamte der Kriminalinspektion Trier schöpfte im Laufe der Schilderungen jedoch Verdacht, sodass sich der vermeintlich hilfsbereite Zeuge in Widersprüche verstrickte.

Seine Angaben deckten sich nicht mit den der Polizei zu diesem Zeitpunkt bereits vorliegenden Ermittlungsergebnissen. Umfangreiche polizeiliche Ermittlungen zur Identifizierung des E-Mailschreibers waren bereist vielversprechend fortgeschritten. Schließlich gestand er, die erpresserische E-Mail an die Polizei selbst verfasst zu haben. Zu seiner Motivation äußerte er sich bisher nicht.

Der nun tatverdächtige Heranwachsende wurde sogleich festgenommen und heute Nachmittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Trier dem Haftrichter am Amtsgericht Trier vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl gegen den 18-Jährigen, der anschließend in eine Jugendstrafanstalt eingeliefert wurde.

Quelle: Polizeipräsidium Trier 3695186 & Polizeipräsidium Trier 3696039


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