Faktencheck

Liegt Bikini Bottom unter dem Bikini-Atoll? Ist SpongeBob also ein Mutant?

Ooooooooooh, wer wohnt in ′ner Ananas ganz tief im Meer? Mi-mi-ka-ma! Fast… es ist SpongeBob Schwammkopf, und angeblich liegt Bikini Bottom unter dem Bikini Atoll, was den Schwamm und alle anderen Bewohner zu atomaren Mutanten macht. Was ist da dran?

Ralf Nowotny, 3. August 2022

Das Jahr 1946 war kein gutes Jahr für die Bewohner des Bikini-Atolls, einem kleinen Insel-Paradies irgendwo im Nirgendwo des Südpazifik. Die Bewohner der Inseln wurden von den USA zwangsevakuiert, damit dort Experimente „zum Wohle der gesamten Menschheit“ durchgeführt werden können: Zündungen von nuklearen Bomben.
In 12 Jahren sammelte sich durch 23 Explosionen eine Menge Strahlung an, die sich auf das fiktive Bikini Bottom ausgewirkt haben soll – sind SpongeBob und seine Freunde also radioaktive Mutanten?

Die Bikini Bottom-Mutanten-Theorie: Was spricht dafür?

Erstmals tauchte die Theorie 2012 auf Reddit auf. Der Nutzer „Capmaster“ antwortete auf die Frage nach den wildesten Fan-Theorien, die logisch klingen: „Die Existenz von Spongebob und seinen seltsamen Freunden ist das Ergebnis der Strahlung von Atomwaffentests, die in den späten 40er und frühen 50er Jahren auf dem Bikini-Atoll durchgeführt wurden. Da sie unter dem Atoll leben, ist die Stadt als „Bikini Bottom“ bekannt“.

Andere Nutzer stützten die These, indem sie beispielsweise ergänzten, dass während dieser Tests an Bord von kleinen Marineschiffen Streifenhörnchen gehalten wurden und das Streifenhörnchen Sandy Cheeks in der Serie augenscheinlich einen „Vollschutzanzug“ trägt, ihr Name zudem von den Unmengen Sand, die durch die Explosionen entstanden, inspiriert sein soll.

Zudem gibt es neben Bikini Bottom noch einen Ort namens „Rock Bottom“ tief unten in einem Krater, der laut der Fan-Theorie durch eine der Unterwasser-Explosionen entstanden sein soll und dessen Bewohner noch seltsamer sind.

In der Serie selbst gibt es eine Menge Explosionen, die zudem desöfteren mit Aufnahmen von nuklearen Explosionen kombiniert werden:

Offen ist, ob SpongeBob, Patrick, Thaddäeus, Sandy und all die anderen wirklich Mutationen sind, doch dass sich Bikini Bottom unter dem Bikini-Atoll befindet, scheint doch ziemlich klar zu sein. Die Position von Bikini Bottom wurde sogar einmal in einer Folge gezeigt – und es liegt zumindest in der Nähe des Atolls:

Links: Bikini Bottom, Rechts: Das Bikini-Atoll, Quelle: YouTube

In einem Interview mit Huffington Post im Jahr 2015 bestätigte zumindest SpongeBobs Originalsprecher, der Schauspieler Tom Kenny, die Fan-Theorie, aber widerspricht der Idee, dass die Bewohner Bikini Bottoms atomare Mutanten sind:

„Nun, Bikini Bottom ist irgendwie nach dem Bikini-Atoll benannt, wo vor Jahrzehnten Atomtests durchgeführt wurden. Also… nein, das. Ich glaube nicht, dass SpongeBob und seine Freunde Mutationen sind. Ich glaube, Bikini Bottom ist wie eine eigene Welt… Wenn die Kamera unter Wasser taucht und man nach Bikini Bottom geht, ist es fast wie ein anderer Planet.“

Quelle: HuffPost

Aber nur fast. Kenny führt als weitere Begründung an, dass es keine popkulturellen Referenzen in der Serie gäbe, was sie so zeitlos machen würde, doch da liegt er gewaltig falsch, da die Serie von Referenzen nur so strotzt und ziemlich eindeutig ist, dass Bikini Bottom eine Verbindung zur realen Welt hat.

Die Bikini Bottom-Mutanten-Theorie: Was spricht dagegen?

Würde die Theorie stimmen, wäre Bikini Bottom also irgendwann in den 1940ern und 1950ern entstanden, als die Bombentests im Bikini-Atoll stattgefunden haben. Allerdings zeigt die Folge „Der edle Ritter“ (im Original: „Dunces and Dragons“), dass Bikini Bottom bereits im 12. Jahrhundert existierte und damals Bikini Bottomshire hieß.

Auch gibt es mehrere Episoden, in denen die Vorfahren der heutigen Bewohner in der Urzeit zu sehen sind, beispielsweise in der Episode „SpongeBob in der Steinzeit“ (im Original: „Ugh“).

Das Ergebnis:

Tatsächlich spricht sehr viel dafür, dass Bikini Bottom unter dem Bikini-Atoll liegt und die Bewohner Mutanten sind: Damalige Bombentests, die geographische Örtlichkeit (auch sämtliche Fische und Wale in der Serie leben im Pazifik), sogar der Punkt, dass atomare Strahlung in sehr seltenen Fällen positive Mutationen hervorruft, ist nicht verkehrt.

Rein biologisch und sogar wissenschaftlich (im weitesten Sinne) stimmt die Fan-Theorie also… wenn nicht die Serie selbst dagegen sprechen würde, indem sie in gleich mehreren Episoden und Szenen aufzeigen würde, dass es Bikini Bottom bereits seit Jahrhunderten gibt und es sogar urzeitliche Vorfahren gab.

Weitere Quellen: Film Theory, ScreenRant, Beyond the Bomb, Travelbook

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