Aktuelles

Online-Marktplatz: Vorsicht, wenn Käufer:innen Links zu Kurierdiensten und Zahlungsplattformen schicken

Sie verkaufen über einen Online-Marktplatz willhaben, laendleanzeiger.at, shpock und Co? Nehmen Sie sich vor betrügerischen Käufer:innen in Acht.

Susanne Breuer, 24. August 2022

Kriminelle Käufer:innen auf einem Online-Marktplatz können die Ware nicht abholen und schlagen Ihnen stattdessen einen Kurierdienst vor. Zur Erklärung dieser vermeintlichen Dienstleistung schicken sie Ihnen einen Link. Diese Dienstleistung sieht vor, dass die Zahlung auf einer Zahlungsplattform abgewickelt wird. Auch dafür erhalten Sie einen Link. Vorsicht: Es handelt sich um eine Betrugsmasche. Geben Sie keine Kreditkarten- oder Bankdaten bekannt. Unsere Partner von Watchlist Internet warnen und erklären diesen Betrug.

Wie funktioniert die Betrugsmasche durch Käufer auf einem Online-Marktplatz?

Sie inserieren auf einem Online-Markplatz wie willhaben, Facebook Marketplace oder laendleanzeiger.at ein Produkt. Eine Person meldet sich und möchte das Produkt kaufen. Sie bittet Sie um Ihre Telefonnummer. Sie schreiben nun auf WhatsApp weiter.

Nach einem kurzen Austausch erklärt Ihnen die Person, dass sie die Ware nicht abholen kann. Sie schlägt Ihnen vor, den Kauf über einen Kurierdienst durchzuführen. Der betrügerische Käufer bzw. die betrügerische Käuferin schickt Ihnen einen Link zu einer Webseite, die den Kurierdienst erklärt.

Screenshots von Chatverläufen mit betrügerischen Käufer:innen auf einem Online-Marktplatz, Bild: Watchlist Internet
Screenshots von Chatverläufen mit betrügerischen Käufer:innen. Bild: Watchlist Internet

Gefälschte Seite eines Kurierdienstes

Die Links führen zu einer gefälschten Webseite der Post. Sehr häufig werden aber auch andere Paketdienste wie DHL oder GLS für diese Betrugsmasche missbraucht. Auf der gefälschten Webseite wird der Kurierdienst erklärt.

Screenshot: Gefälschte Postwebseite, die den vermeintlichen Kurierdienst erklärt. Bild:  Watchlist Internet
Screenshot: Gefälschte Postwebseite, die den vermeintlichen Kurierdienst erklärt. Bild: Watchlist Internet

Gefälschte Zahlungsplattformen

Wenn Sie dem Verkauf über den Kurierdienst zustimmen, erhalten Sie wieder einen Link. Diesmal zu einer gefälschten Zahlungsplattform. Dort sind das Produkt, die Adresse und der Kaufpreis bereits angelegt. Sie müssen nur mehr auf einen Button klicken, um Ihr Geld zu erhalten.

Screenshot: Auf einer gefälschten Zahlungsplattform täuschen Kriminelle die Bezahlung des Kaufpreises vor. Bild: Watchlist Internet
Screenshot: Auf einer gefälschten Zahlungsplattform täuschen Kriminelle die Bezahlung des Kaufpreises vor. Bild: Watchlist Internet

Im Screenshot oben sehen Sie ein Beispiel, wie die Kriminellen die Zahlung des Kaufpreises über eine Fake-Post-Zahlungsplattform vortäuschen. Die Zahlungsplattform kann aber auch anders aussehen. Sehr oft fälschen Kriminelle beispielsweise PayLivery – die echte Zahlungsdienstleistung von Willhaben. Im Folgenden ein Beispiel für eine gefälschte PayLivery Transaktion:

Screenshot: Gefälschte PayLivery Zahlungsplattform, Bild: Watchlist internet
Screenshot: Gefälschte PayLivery Zahlungsplattform, Bild: Watchlist internet

PayLivery ist eine seriöse Dienstleistung des Online-Marktplatzes von Willhaben, die von Kriminellen gefälscht wird. Auf der Webseite von Willhaben finden Sie zahlreiche Informationen, wie Sie PayLivery sicher nutzen können. (HIER)

Moment der Wahrheit: Übermittlung von Kontodaten

Wenn Sie auf den Button, der „Erhalt von Geldern“ oder „Holen Sie sich Geld“ heißen kann, klicken, werden Sie gebeten, Ihre Bank- oder Kreditkartendaten einzugeben. Diese werden an die Kriminellen übermittelt.

Im Hintergrund führen die Kriminellen dann mit Ihren Bankdaten eine Überweisung in der Höhe des Kaufpreises aus. Damit die Überweisung funktioniert, müssen Sie diese freigeben. Die Kriminellen erklären Ihnen per WhatsApp oder in einem integrierten Chat auf der Zahlungsplattform, dass Sie die Zahlung freigeben müssen, um den Kaufpreis zu erhalten. Wenn Sie die Zahlung freigeben, wird in Wirklichkeit eine Überweisung von Ihrem Konto durchgeführt und Sie verlieren Geld.

Sie haben die Zahlung freigegeben?

  • Kontaktieren Sie Ihr Kreditkarteninstitut bzw. Ihre Bank. Möglicherweise kann die Zahlung gestoppt oder zurückgeholt werden.
  • Möglicherweise müssen Sie Ihre Kreditkarte sperren lassen.
  • Machen Sie eine Anzeige bei der Polizei.

Tipps zum sicheren Verkaufen auf einem Online-Marktplatz

  • Immer über das Nachrichtenportal der Plattform kommunizieren
  • Verkäufe ins Ausland vermeiden
  • Niemals Geld überweisen, auch nicht, wenn Sie es angeblich zurückbekommen oder es über einen „seriösen“ Zwischenvermittler verwaltet wird
  • Zahlungsbestätigungen genau kontrollieren und Zahlungseingänge immer am Bankkonto checken
  • Ware abholen lassen und Geld in Bar entgegennehmen

Fazit

Auf einem Online-Marktplatz finden sich Betrüger nicht nur auf der Verkäuferseite. Auch Kunden können betrügerisch unterwegs sein! Prüfen Sie sehr genau, auf welche Seiten Sie geleitet werden und ob diese seriös sind. Ein Blick in die URL hilft oft schon weiter.

Quelle: Watchlist Internet

Schon gesehen? Die ausgetrocknete Elbe in Dresden: Kein Beweis für einen „Klimaschwindel“


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

  • Mit deiner Hilfe unterstützt du eine der wichtigsten unabhängigen Informationsquellen zum Thema Fake News und Verbraucherschutz im deutschsprachigen Raum. Ein unabhängiges und für jeden frei zugängliches Informationsmedium ist in Zeiten von Fake News, aber auch Message Control besonders wichtig. Wir sind seit 2011 bestrebt, allen Internetnutzern stets hochwertige Faktenchecks zu bieten.  Dies soll es auch langfristig bleiben. Dafür brauchen wir jetzt deine Unterstützung!

Mehr von Mimikama