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Vorsicht vor der betrügerischen Investment-Plattform „Öl-Profit“!

Noch nie war der Online-Ölhandel so einfach wie heute. Jede Person könne hier reich werden – ohne etwas über Öl oder Wirtschaft zu wissen. So heißt es in einem angeblichen Artikel der deutschen Tageszeitung BILD.

Claudia Spiess, 7. Juni 2022

Dabei wird versprochen, dass man von zu Hause ganz einfach 7.000 Euro pro Tag verdienen kann, und zwar auf der Öl-Trading-Plattform „Öl Profit“. Doch unser Kooperationspartner Watchlist Internet mahnt zur Vorsicht: Der Nachrichtenartikel ist frei erfunden und die Trading-Plattform wird von Kriminellen betrieben. Als Anlegerin oder Anleger verlieren Sie hier nur Ihr Geld!

Höhle der Löwen“ macht Deutsche Bürger reich mit Öl! Die Folge darf nicht ausgestrahlt werden – der Sender ist wütend! – mit dieser Schlagzeile versuchen Kriminelle potentielle Opfer auf die Plattform „Öl Profit“ („expect-offers“) zu locken.

Kriminelle ahmen hier eine Seite der Tageszeitung BILD nach / Screenshot: Watchlist Internet
Kriminelle ahmen hier eine Seite der Tageszeitung BILD nach / Screenshot: Watchlist Internet

Was steckt hinter der Schlagzeile?

Im vermeintlichen BILD-Artikel wird behauptet, dass nur 250 Euro Startkapital reichen, um täglich 7.000 Euro zu verdienen, und zwar mit „Öl-Profit“ – einem Produkt, das angeblich in der Sendung „Höhle der Löwen“ vorgestellt wurde.

„Die Idee ist einfach: Erlaube dem Durchschnittsbürger an der Corona bedingten Schwankung des Öl-Preises zu profitieren – auch wenn kein Geld für eine Investition oder kein Knowhow vorhanden ist“, heißt es im Artikel weiter. Live in der Sendung wurde die Plattform getestet und es hat so gut funktioniert, dass die „Löwen“ beschlossen haben, die Sendung nicht auszustrahlen und so das Produkt nicht der breiten Masse bekannt zu machen. Der BILD-Redakteur hat die Plattform anschließend selbst ausprobiert und innerhalb einer Woche mehrere 1.000 Euro verdient und ausbezahlt bekommen. Sein Fazit: Er empfiehlt allen die Seite zu testen. So die Behauptungen im angeblichen BILD-Artikel.

Und was steckt wirklich hinter der Schlagzeile?

Wer im Internet auf diesen angeblichen Nachrichtenartikel stößt, ist vielleicht versucht, selbst zu investieren. Es klingt schließlich sehr verlockend und 250 Euro Startkapital sind für viele kein großes Risiko. Doch tatsächlich versuchen hier Kriminelle Opfer für eine betrügerische Trading-Plattform anzulocken. Der angebliche BILD-Artikel soll dabei genauso Vertrauen erwecken wie die bekannte Fernsehsendung „Höhle der Löwen“.

Wer sich auf der betrügerischen Trading-Plattform registriert, wird danach meist telefonisch kontaktiert, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Erfahrungsberichte zeigen außerdem, dass rasch hohe Gewinne vorgetäuscht werden. Doch auch das ist nur eine Masche der Kriminellen und soll zu weiteren Investments ermutigen. Immer wieder berichtet Watchlist Internet über ähnliche betrügerische Plattformen, bei denen in Kryptowährungen investiert wird. Betroffene berichten dabei von großen finanziellen Schäden, da sie dazu überredet werden, mehr und mehr zu investieren oder Zahlungen leisten müssen, bevor Sie Ihre Gewinne erhalten.

So erkennen Sie den Betrug!

  • Erfundene Nachrichtenartikel: Dass es sich hier um einen BILD-Artikel handelt, mag auf den ersten Blick vertrauenswürdig wirken. Wer genauer hinsieht, erkennt schnell, dass hier Kriminelle am Werk sind. Die Seite ahmt die deutsche Tageszeitung nur nach. Tatsächlich befinden Sie sich auf der Webseite „secondjoblerflow.webnode“ und nicht auf bild.de!
  • Unrealistische Gewinnversprechen: Werden unglaubliche Gewinne in kürzester Zeit und bei kleinen Investitionen versprochen, sollten Sie vorsichtig sein.
  • Fehlendes Impressum: Wer den Links im Nachrichtenartikel folgt, landet auf der Webseite „expect-offers“, auf der Sie angeblich investieren können. Auch hier lohnt sich ein genauerer Blick, den auf der Seite gibt es keine Angaben dazu, wer hinter dem Unternehmen steckt!

Sie haben investiert?

Wer bereits investiert hat, darf sich nicht von den angeblichen Finanzberater:innen unter Druck setzen lassen und auf keinen Fall weitere Einzahlungen tätigen. Erstatten Sie stattdessen Anzeige bei der Polizei und besprechen Sie dort das weitere Vorgehen. Außerdem können Sie Ihr Kreditkarteninstitut kontaktieren. Die Chancen auf Erfolg sind zwar gering, versuchen Sie dennoch Ihr Geld zurückzuholen.

Beratung & Hilfe:
Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die Watchlist Internet auf der Seite „Beratung & Hilfe“ für Sie aufgelistet hat.

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Quelle: Watchlist Internet


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