BBC nach Kinderpornografie-Recherche auf Facebook bei Behörde gemeldet

Kathrin Helmreich, 9. März 2017

Facebook meldete recherchierende BBC-Journalisten bei den Behörden wegen Weitergabe von sexuell anstößigen Materials mit Kindern.

Wie ‘derStandard’, ‘Golem’ und ‘heise online’ berichten, meldete Facebook die bekannte Rundfunkanstalt BBC nach Recherchearbeiten zu Kinderpornografie bei den Behörden wegen Weitergabe von sexuell anstößigen Materials mit Kindern .

BBC-Journalisten recherchierten seit 2015 gegen Kinderpornografie auf Facebook und entdeckten in geheimen Facebook-Gruppen kinderpornografisches Material sowie Nutzerkonten, die vorbestraften Pädophilen zuzuordnen sind.

Nachdem die BBC 100 Beiträge mit Bezug auf sexualisierte Darstellung von Kindern an Facebook gemeldet hatte, wurden lediglich 18 dieser Beiträge von Facebook gelöscht.

Interview zugestimmt, dann abgesagt

Nachdem sich Simon Milner, Director of Policy von Facebook, zu einem Interview bereit erklärte und die BBC bat, das nicht gelöschte, betroffene Material zu übersenden, meldete Facebook den Sender bei dem zuständigen Child Exploitation & Online Protection Centre und sagte das Interview ab.

„Man kann nur annehmen, dass die Verantwortlichen von Facebook nicht willens oder zumindest abgeneigt waren, in einem Interview darüber zu debattieren, warum diese Bilder auf der Facebook-Seite sind“,

sagt David Jordan, der Director of Editorial Policy der BBC.

Facebook rechtfertigt diesen Schritt dadurch, dass es nach britischem Gesetz verboten ist, Bilder von Kindesmissbrauch zu verbreiten.

BBC-Verantwortliche wundern sich dennoch darüber, da der Sender Inhalte aufdeckte, die auf Facebook nicht sein sollten und zu deren Beseitigung beitragen sollten.

Laut Golem kann ein Sprecher der National Crime Agency der BBC zufolge nicht bestätigen oder bestreiten, ob es eine Untersuchung geben wird.

Die ursprünglich gemeldeten Inhalte wurden letztendlich aber doch noch von Facebook gelöscht.

Quellen: derStandard, Golem, heise online

Vorschaubild Quelle: Kaspars Grinvalds / Shutterstock.com


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