Baumbestattung & Tod – Sind wir biologisch abbaubar?

Andre Wolf, 3. Oktober 2019
Artikelbild Von Norman Krauss / Shutterstock.com
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Ein weitverbreitetes Tabuthema in den meisten Familien ist und bleibt: Was passiert mit meinem Körper, wenn ich einmal sterbe. Viele Menschen regeln ihre weltlichen Güter per Testament, aber kaum jemand trifft genaue Vorkehrungen, wie er oder sie bestattet werden möchte. Gedanken über die Baumbestattung.

In letzter Zeit sind allerdings viele Menschen (im Geiste der heutigen Zeit) auf der Suche nach alternative Bestattungsformen. Neben dem klassischen Schiffsbegräbnis, bei dem die Asche im Meer verstreut wird, taucht immer wieder die sogenannte Baumbestattung auf und gewinnt zunehmend an Popularität.

Dabei wird der Leichnam verbrannt und anschließend in einer biologisch abbaubaren Urne an den Wurzeln eines Baumes begraben. Dabei übernimmt dann quasi die Natur die Grabpflege. Aus der Asche, die bekanntlich fruchtbar für den Boden wirkt, erwächst ein neuer dort gepflanzter Baum, der dann als Erinnerung für den Toten, quasi als lebender Grabstein dient.

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Mit dem Glauben in Einklang zu bringen?

Problematisch für viele Personen, die dem katholischen Glauben angehören. Lange Zeit war in der katholischen Tradition lediglich eine konventionelle Sargbestattung vorgesehen, seit den 1960 ger Jahren sind auch Feuerbestattungen (so wie bei den Orthodoxen) zugelassen.
Ein Projekt in Österreich, iniziiert von den Klosterstiften Klosterneuburg und Heiligenkreuz, möchte die Idee der Baumbestattung mit den christlichen Ritualen vereinigen und somit Glaubensmitgliedern die Möglichkeit geben, eine Baumbestattung durchzuführen.

Am Donnerstag, den 3. Oktober öffnet der „Klosterwald“ die erste Waldfläche für Naturbestattungen in Kirchberg am Wechsel in Niederösterreich, weitere Flächen um die Bundeshauptstadt Wien sollen folgen.

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In Österreich stellt es das erste konfessionelle Naturbestattungsprojekt dieser Art dar.

Dabei stellt jedes Grab einen Ort der Erinnerung, des Gebetes und Gedenkens dar. Die österreichischen Bischöfe betonen, dass es dabei nicht darauf ankommt, ob der Verstorbene in einem Sarg liegt oder verbrannt wurde. Der „Klosterwald“ ist mit Schildern und Plänen ausgestattet, sodass der gewünschte Platz und Baum bereits vorab besichtigt werden können. Nachdem die meisten Bäume selbsterhaltend sind, ist die Grabpflege nur in einem minimalen Ausmaß nötig.

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Außerdem setzt ein Naturbegräbnis positive Nebeneffekte, so werden der Wald und die Bäume aktiv beim Wachstum unterstützt. Der Wald und die Bäume werden zudem unter Schutz gestellt, da sie zu kommerziellen Zwecken nicht gefällt werden können, sondern nur dann entnommen werden, wenn Gefahr durch natürliche Katastrophen, wie Stürme oder Käferbefall drohe. Zudem wird auf eine gesunde Mischung aus Laub- und Nadelholzarten geachtet.

Was kostet eine Baumbestattung?

Die Kosten eines solchen Baumbegräbnisses liegen zwischen 500 und 4000 Euro, je nach Ort und Baumart und kann für eine Dauer von 25 bis 100 Jahren gemietet werden. Neben den konfessionellen Gründen kann für die Betroffenen auch der Gedanke der Nachhaltigkeit und Naturverbundenheit ein Grund sein eine Naturbestattung in Betracht zu ziehen.

So kann der zeitlebens hinterlassene ökologische Fußabdruck mit dem Tod stückchenweise verringert werden und eine nachhaltige Erinnerungsstätte geschaffen werden, die von Angehörigen beim Gedeihen beobachtet werden kann.

Autor: Alexander Herberstein; Artikelbild Von Norman Krauss / Shutterstock.com

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