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Kein Fake: Das Baby mit dem Fötus im Bauch

Ralf Nowotny, 29. März 2019
Artikelbild: Shutterstock / Monet_3k
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Die Schlagzeile der „Blick“ ist so ungewöhnlich, dass wir dazu Anfragen bekamen, ob diese Geschichte wahr ist.

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Im Artikel berichtet „Blick“ von der kleinen Itzamara, bei der die Ärzte schon während der Schwangerschaft entdeckten, dass in ihrem Bauch der Fötus ihrer Zwillingsschwester heranwächst.

Die Geschichte ist wahr!

Itzamara, geboren am 22. Februar in Barranquilla, Kolumbien, ist ein sehr seltenes Beispiel einer „Fötus im Fötus“-Geburt, welche erstmals 1808 beschrieben wurde.
Die Seite „Health Medicine Network“ berichtet sehr ausführlich über diesen Fall. Demnach entdeckte der Geburtshelfer der Mutter, Dr. Miguel Parra-Saavedra, den Zwilling in der 35. Schwangerschaftswoche bei einem 3D/4D-Ultraschallscan.

In der 37. Schwangerschaftswoche wurde dann Itzamara per Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Dies war auch nötig, da ihre Zwillingsschwester tatsächlich wuchs und die Gefahr bestand, dass sie die inneren Organe Itzamaras schädigen könnte.

So wurde bereits einen Tag nach der Geburt Itzamara in der La Merced-Klinik operiert. Ihre Zwillingsschwester war 45 Millimeter groß und wog 14 Gramm. Allerdings war sie nicht lebensfähig, da sie zwar Arme und Beine hatte, aber sich Herz und Gehirn nicht entwickelt hatten.

1:500.000 – Die fetale Inklusion

Der medizinische Fachbegriff dafür lautet „Inclusio fetalis„. Sie entsteht durch eine zu späte Zellteilung in der Gebärmutter, was bedeutet, dass sich die Zwillinge nicht vollständig voneinander trennen.

So verbindet sich der eine Zwilling über die Plazenta mit der Mutter, während sich der kleinere Zwilling mit den Gefäßen des größeren Zwillings verbindet. Im Laufe der Schwangerschaft wird dann der kleinere Zwilling vom Unterleib des größeren Zwillings absorbiert.

Schätzungsweise geschieht dies bei einer von 500.000 Geburten, die meisten Berichte über solche Geburten stammen aus dem asiatischen Raum.

Itzamara ist wohlauf

Nun, über einem Monat später, erfreut sich die kleine Itzamara bester Gesundheit. Nur ein kleines Detail haben nun Mutter und Tochter gemeinsam: eine Narbe am Bauch.


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