„Authority-Scam“: Kriminelle imitieren Behörden für Investment-Betrug

Marina Dullnig, 4. März 2022

Der Investitions-Betrug beschäftigt unseren Kooperationspartner Watchlist Internet Tag für Tag. Opfer werden zu Einzahlungen auf betrügerischen Plattformen gebracht und verlieren damit ihr Geld.

Doch selbst wenn der Kontakt zu den Kriminellen bereits abgebrochen wurde, lauern Gefahren. Beim „Authority-Scam“ geben sich die Kriminellen als Behörde aus und fordern Zahlungen wegen der Investments. Nicht bezahlen!
Wenn Sie bei einer betrügerischen Investitions-Plattform Geld verloren haben, dann haben Sie höchstwahrscheinlich mittlerweile jeglichen Kontakt zu den Kriminellen abgebrochen. Auch die Kriminellen erkennen irgendwann, dass sie Ihnen keine weiteren Einzahlungen für Investitionen entlocken können.
Doch Vorsicht: Neben den sogenannten „Recovery-Scams“, bei denen es zu weiteren Schäden kommt statt Geld zurück, tauchen nun vermehrt „Authority-Scams“ auf. Die Kriminellen versenden im Namen unterschiedlicher Finanz-Behörden (z.B. FMA, EBA, CySec, ESMA u.v.m.) Geldforderungen unter verschiedensten Vorwänden.
Eines der betrügerischen Schreiben im Namen der European Banking Authority EBA ist Folgendes:

Gefälschtes Schreiben im Namen der EBA für eine Authority-Scam
Gefälschtes Schreiben im Namen der EBA für einen Authority-Scam

Was steht in dem Schreiben?

Die Kriminellen missbrauchen die Logos zweier europäischer Finanz-Aufsichtsbehörden, EBA und der ESMA, um einen seriösen Eindruck zu erwecken, stellen sich kurz als Behörde vor und verlangen dann mehrere Zahlungen über einen Gesamtbetrag von 7000 Euro.
Angeblich wären 2000 Euro für „Handel auf den Finanzmärkten ohne Lizenz“, 2000 Euro für „Versuchte Geldwäsche durch Kryptowährungen“ und 3000 Euro für „Versuchte Steuerhinterziehung“ zu bezahlen. Dazu wird direkt ein entsprechendes Konto genannt, auf welches die Einzahlung erfolgen soll.

Der Begriff „Authority-Scam“ lässt sich mit „Behörden-Betrug“ übersetzen. Kriminelle schlüpfen in die Identität einer Behörde, um deren Autorität für sich zu nützen und damit Daten abzugreifen, Geld zu ergaunern oder sonstige Verbrechen durchzuführen.

Ignorieren Sie das Schreiben!

Als Opfer einer betrügerischen Investitions-Plattform kann das Schreiben und die Vorwürfe auf den ersten Blick echt erscheinen. Doch hier kann Entwarnung gegeben werden. Sie haben hier keinen Grund zur Sorge, denn die Schreiben sind frei erfunden und die Forderungen müssen nicht bezahlt werden.

Andere Formen des Authority-Scam

Nicht immer wird in den Schreiben direkt behauptet, dass eine Strafzahlung vorzunehmen ist. Häufig behaupten die Kriminellen in den behördlichen Schreiben in einem ersten Schritt lediglich, dass Ihre Wallet bzw. Ihre Geldbestände dingfest gemacht werden konnten. Um das Geld nun endlich ausbezahlt bekommen zu können, verlangt man erneut Gebühren von Ihnen. Eine Zahlung der Gebühren landet aber auch hier direkt in den Händen der Kriminellen.
Auch die Finanzmarktaufsicht FMA warnt in ihrer Serie „Reden wir über Geld“ vor derartigem Authority-Scam.

Sie haben die Forderung bezahlt?

Sollten Sie die Forderung nicht als betrügerisch erkannt und das Geld bezahlt haben, so setzen Sie sich umgehend mit Ihrer Bank in Verbindung und fragen Sie nach den Möglichkeiten einer Rückholung. Die Erfolgsaussichten sind dabei leider verschwindend gering.
Darüber hinaus ist ausschließlich polizeiliche Anzeige möglich.

Beratung & Hilfe

Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die auf der Seite „Beratung & Hilfe“ aufgelistet wurden.

Weiterführende Links:

Quelle: Watchlist Internet

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