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Ärztekammer ermittelt: Arzt stellt via Facebook „Maskenbefreiungsattests“ aus

Kathrin Helmreich, 4. September 2020
Ärztekammer ermittelt: Arzt stellt via Facebook "Maskenbefreiungsattests" aus
Ärztekammer ermittelt: Arzt stellt via Facebook "Maskenbefreiungsattests" aus

Bei chronischen Atemwegserkrankungen entfällt die Maskenpflicht. Ein Arzt aus Bad Aussee stellt derartige Atteste über Facebook aus und das ohne Untersuchung.

Die Ärztekammer ermittelt nun im Falle von Allgemeinmediziner Peer Eifler aus Bad Aussee (Steiermark, Österreich). Der Arzt stellt via Facebook „Maskenbefreiungsatteste“ aus, ohne die Patienten zuvor untersucht zu haben.

Auf seiner Facebook-Seite schreibt er laut steiermark orf.at, dass sich die Menschen „gegen den Masken-Wahnsinn wehren“ und sich nicht „vor Fake-Corona fürchten“ sollen. Und weiter: „Sie möchten ein Attest gegen den Masken-Wahnsinn? Gerne bei mir!“

Das Angebot des Arztes scheint sich reger Beliebt zu erfreuen. Unter dem Statusbeitrag finden sich Hunderte Kommentare von Interessenten, die beispielsweise über Schweißausbrüche und Angst vor dem Tragen einer Maske klagen.

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Gegenüber Ö1 sagt Eifler, dass man für das Attest nicht in seiner Praxis vorbeikommen müsse:

„Das bekommt jeder, weil es ja vollkommen sinnlos ist. Weil es geht nicht darum, dass ich Kranke vor noch mehr Krankheit schütze, sondern Gesunden helfe, gesund zu bleiben, und um sie genau vor psychischer Traumatisierung zu schützen.“

Nach eigenen Angaben stellt er mehrere hundert Atteste um ca. zehn Euro pro Woche aus. Dabei reicht Angst oder Panik vor der Maske schon aus, um sich für das Attest zu qualifizieren:

„Diese Maske ist psychisch extrem traumatisierend, gesundheitsschädlich. Das, was hier passiert, ist ein Verbrechen, das ist böse“, so Eifler.

Ärztekammer ermittelt

Edgar Wutscher, Obmann der Bundessektion Allgemeinmedizin, sagt:

„Dass er Gefälligkeitsatteste ausstellt, ohne den Patienten zu untersuchen, das geht gar nicht. Ärzte, die sich völlig gegen die wissenschaftlichen Erkenntnisse stellen, werden von der Ärztekammer angezeigt, das ist ja gesundheitsgefährdend.“

Aktuell läuft ein Disziplinarverfahren der Ärztekammer Steiermark und eines vor dem Ehrenrat der Österreichischen Ärztekammer gegen Peer Eifler. Die Verfahren seien mit Sommerbeginn eingeleitet worden.

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Artikelbild: r.classen / Shutterstock


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