Die Argumentationskultur ist verkommen!

Andre Wolf, 26. November 2020
Auf Social Media vernünftig mit Argumenten diskutieren?
Auf Social Media vernünftig mit Argumenten diskutieren?

Auf Social Media vernünftig mit Argumenten diskutieren? Das ist doch kaum noch möglich.

Erst gestern wieder musste ich es bitter erleben, dass es kaum möglich ist, auf Social Media vernünftig mit Argumenten zu diskutieren. Die niederschmetternde Argumentationslosigkeit des Gesprächspartners schlug mir wie ein kalter Novemberwind in das Gesicht. Doch auch trotz fehlender Nachweise hielt mein Gesprächspartner an seiner Aussage fest.

Was war geschehen? Es ging um das Thema Impfungen. Gut, man kann jetzt sagen, dass ist generell ein Streitthema und seit Jahren schon gibt es viele heftige Diskussionen zum Thema Impfungen. In diesem Fall ging es jedoch um eine Behauptung, bei der ich gerne gewusst hätte, woher sie denn stammt.

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Es ist nun mal so, wenn ein Gesprächspartner ein Argument zu Felde führt, sollte dieses auch zumindest bedacht und mit Quellen belegt sein. Ob das in diesem Fall so ist, werde ich nicht erfahren. Außer ich mache mir selbst die Mühe, die Argumente für meinen Gesprächs Gegner zu suchen. Doch ist das der Sinn des Ganzen?

Such dir doch deine Argumente selber!

Als Anti-Impf-Argument führte der Gesprächspartner an, dass es doch haufenweise Impfschäden geben würde. Wo, wann, oder warum es haufenweise Impfschäden geben würde, ließ er offen.

Es gab schlichtweg keinen Nachweis für dieses Argument. Auf meine Frage hin, ob es ein Beleg für diese Aussage gebe, bekam ich nur eine lapidare Antwort: Google doch selbst! Was bitte ist das für eine Aufforderung? Seit wann ist ein Diskussionsteilnehmer dazu verpflichtet, die Argumente für die Gegenseite zurechtzulegen?

Wir bemerken an dieser Stelle, dass die Diskussionskultur auf Social Media generell problematisch ist. Der Wissenschaftspublizist und Autor Florian Aigner hat vor kurzem bereits auch angemerkt, dass ein moralisches Minimum als Ebene verloren gegangen ist. Es bringt nichts, mit Fakten und fundierten Quellen zu arbeiten, wenn ein Gesprächspartner darauf pfeift und gar nicht erst die eigene Argumentation mit denselbigen belegen will.

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Schlimmer noch: Wenn der Gesprächspartner nicht nur die eigenen Argumente NICHT belegen möchte, sondern Belegbarkeit auf den Gesprächsgegner abwälzt. Es ist aber nicht Sinn einer Diskussion, dass einer der beiden Gesprächsteilnehmer die Argumente für beide Seiten heraussucht, der andere Gesprächsteilnehmer darauf pfeift.

In dem Moment wo das geschieht, ist jede Art von Argumentationsaustausch überflüssig geworden. Die Diskussionsteilnehmer befinden sich nicht mehr auf gleicher Ebene, sondern argumentieren aneinander vorbei. Übrig bleibt am Ende Frust, denn eine Lösung wird es an dieser Stelle nicht geben. Beide Diskussionsteilnehmer werden auseinander gehen und den jeweils anderen für einen Idioten halten. Leider muss man es so hart ausdrücken. das macht es wiederum ärgerlich, da so eine vernünftige Betrachtung eines Problems kaum möglich ist.

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