Angeblicher Rauchmelder-Prüfer betrügt gezielt Senioren – Festnahme

Janine Moorees, 26. Juli 2017

Köln – Nach intensiven Ermittlungen hat die Polizei Köln Dienstag Morgen (25. Juli) einen Kölner (28) im Stadtteil Volkhoven-Weiler festgenommen.

Dem 28-Jährigen wird vorgeworfen, seit Mitte Mai mindestens neun Trickdiebstähle zum Nachteil älterer Menschen und mindestens fünf daran anschließende betrügerische Bargeldabhebungen begangen zu haben.

Mit einem Durchsuchungsbeschluss und einem Haftbefehl in der Hand standen Kriminalpolizisten heute gegen 6.30 Uhr vor der Wohnungstür des Beschuldigten. Die Beamten nahmen den Gesuchten an dessen Wohnanschrift im Fühlinger Weg fest. Bei der Wohnungsdurchsuchung fanden die Ermittler eine EC-Karte, die am Vortag (24. Juli) einer Seniorin (71) im Stadtteil Lindweiler gestohlen worden war.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand hatte der Tatverdächtige gestern gegen 15.30 Uhr an der Wohnungstür der Geschädigten geklingelt. Unter dem Vorwand, die Rauchmelder überprüfen zu müssen, verschaffte sich der jetzt überführte Dieb Zutritt zur Wohnung der Seniorin. Während er sich von der Wohnungsinhaberin jedes einzelne Zimmer zeigen ließ, entwendete er deren EC-Karte.

Erst nachdem der Täter die Wohnung verlassen hatte, bemerkte die Rentnerin, dass sie bestohlen worden war. Wenige Minuten zuvor hatte derselbe Täter den Trick auch bei einer direkten Nachbarin (78) der 71-Jährigen versucht. Diese war jedoch zu Recht misstrauisch geworden und hatte den Unbekannten nicht in die Wohnung gelassen.

Auf die Spur kamen die Ermittler dem Festgenommenen durch einen Hinweis einer im Stadtteil Weidenpesch wohnenden, aufmerksamen Kölnerin (71). Die hatte Mitte Juni in der Zeitung den Warnhinweis der Polizei Köln gelesen. Als der davon nichts ahnende Täter einen Tag später vor ihrer Wohnungstür stand und die Rauchmelder kontrollieren wollte, schlug sie ihm die Tür vor der Nase zu. Doch damit nicht genug – folgerichtig notierte sich die umsichtige Zeugin das Kennzeichen des Autos, mit dem sich der Verdächtige entfernte und informierte umgehend die Polizei.

In enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft deckten die Kriminalpolizisten die Identität des Verdächtigen schnell auf. Die Beweislage war so belastend, dass über die Staatsanwaltschaft ein Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des Beschuldigten und ein Haftbefehl erwirkt wurden.

Der Festgenommene muss sich jetzt wegen mindestens neun Fällen des Trickdiebstahls, fünf Fällen des Computerbetruges und zwei Fällen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis verantworten. Er wird noch heute dem Haftrichter vorgeführt. Die Kriminalbeamten prüfen, ob der Beschuldigte noch für weitere gleichgelagerte Straftaten verantwortlich ist.


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