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Diese Androhung der Schließung des Kontos ist ein Fake!

Andre Wolf, 25. Oktober 2018
Diese Androhung der Schließung des Kontos ist ein Fake!
Diese Androhung der Schließung des Kontos ist ein Fake!

Die DSGVO muss mal wieder für eine Falle herhalten.

Vorsicht, derzeit sind wieder E-Mails unterwegs, die ihre Empfänger täuschen wollen. Diese E-Mails behaupten, von Paypal zu stammen, und sie täuschen den Empfängern vor, dass ihre Paypal Konten geschlossen werden würden.

Als Argument dieser Schließung dient die neue Datenschutzgrundverordnung, aufgrund derer man seine Daten nochmals bzw. erneut bestätigen soll. Doch Vorsicht, das ist eine Falle, diese E-Mail wurde nicht von Paypal sondern von Betrügern versendet!

Optisch tritt die Mail in folgender Form auf:

Screenshot Mimikama
Screenshot Mimikama

Der Inhalt dieser Mail lautet im Klartext:

Wir brauchen Ihre Mithilfe um eine Schließung Ihres Kontos zu vermeiden.

Sehr geehrte/r [kompletter Name],

leider müssen wir Ihnen aufgrund einer nicht durchgeführten Reaktivierug, welche aufgrund der Änderungen der EU-DSGVO alle Kunden bestätigen müssen, die bevorstehende Schließung Ihres PayPal-Kontos mitteilen, da eine vollständige Bestätigung der Überprüfung bisher noch nicht verzeichnet werden konnte.
Wir sind dazu verflichtet diese Maßnahme aufgrund der neuen Datenschutz-Gundverordnung (DSGVO) durchzuführen.

Weiter zur Überprüfung »

Diese Überprüfung ist seit dem 20.09.2018 ausstehend und sollte schnellstmöglich vollzogen werden, um eine komplette Sperre vorzubeugen.

Wichtiger Hinweis: die Empfänger dieser Mail werden jeweils mit komplettem Namen angesprochen.

Phishing!

Das Ziel der Mail liegt darin, die Empfänger zu irritieren, so dass diese dem Aufruf des vermeintlichen DSGVO-Datenabgleichs folgen und den Link aufrufen, welcher in der Mail vermittelt wird. Dieser Link führt jedoch in eine Phishingfalle,  in unserem Testfall hat unsere Schutzsoftware direkt den Aufbau einer betrügerischen Webseite verhindert.

Screenshot Mimikama
Screenshot Mimikama

Ohne Schutzsoftware öffnet sich jedoch eine Webseite, die dem Login von PayPal nachempfunden ist. Kleine Anmerkung an dieser Stelle: Auf der Webseite ist bereits die eigene E-Mail Adresse im Loginfeld zu sehen. Diese wurde mit dem Link aus der Mail bereits gesendet und soll nun den Einfruck erwecken, als befinde man sich auf einer Webseite, auf der man bereits schon einmal seine Daten eingegeben habe.

Screenshot Mimikama
Screenshot Mimikama

Wer auch immer hinter dieser gefälschten Webseite steckt – es dürfte nicht PayPal sein.

Wer auf dieser und auch den folgenden Seiten wahrheitsgemäße Angaben macht, übersendet diese Daten direkt in die Hände von Betrügern! Überlässt man nun diesen Hintermännern seine Daten, haben diese das Passwort und somit Zugang zum Konto ihres Opfers und können nun uneingeschränkt shoppen gehen.

Darum muss der Nutzer besonders aufmerksam sein, wem er seine persönlichen Daten überlässt!

Ich bin Opfer geworden – was kann ich tun?

Auch bei aller Vorsicht kann es passieren, dass man in eine Falle tappt. Ist das Passwort erst einmal bei den Betrügern, kann man trotzdem noch Schlimmeres verhindern:

  1. Nimm unverzüglich Kontakt mit dem Unternehmen auf, für das deine persönlichen Benutzer- oder Login-Daten geklaut wurden. Bitte telefonisch beim Kundendienst um Sperrung Deines Accounts. Speziell bei Banken ist rund um die Uhr eine Sperr-Hotline erreichbar, die genau für solche und ähnliche Fälle existiert. Schildere Deinen Fall und umgehend wird Dein Account bzw. Benutzerbereich mit den alten Login-Daten nicht mehr erreichbar sein.
  2. Melde Dich beim Benutzerkonto an und prüfe, ob Du Dich noch einloggen kannst. Ist dies noch möglich, gehe umgehend zu dem Bereich, in dem Du Deine aktuellen Login-Daten ändern kannst. Lege ein neues Passwort fest und ändere, wenn möglich, auch den Benutzernamen und die hinterlegte Kontaktadresse.
  3. Kontrolliere umgehend, ob bereits Kontoänderungen oder Transaktionen vorgenommen wurden, denn meist sind Kriminelle sehr schnell. Überprüfe, ob beispielsweise Waren gekauft oder Abbuchungen vorgenommen wurden, für die Du selbst nicht verantwortlich bist. Sollte dies der Fall sein, informiere sofort den Kundenservice des jeweiligen Anbieters.
  4. Dokumentiere alle Auffälligkeiten. Fertige Screenshots an, drucke Kontoauszüge und die Phishing-Mail aus bzw. leite die E-Mail an das Unternehmen weiter, in dessen Namen die Internetkriminellen die Phishing-Mail versendet haben.
  5. Kontaktiere einen auf Internetbetrug spezialisierten Rechtsanwalt, schildere ihm Deinen Fall und reiche alle Dokumente ein, die mit dem Betrug in Zusammenhang stehen. Du solltest den Anwalt auch dann kontaktieren, wenn du bis dato noch keinen Schaden verzeichnen konntest.
  6. Eine 2-Faktor-Authentifizierung (sofern angeboten) verhindert Zugriffe auch dann, wenn Betrüger durch Phishing an die Zugangsdaten gelangt sind.

Übrigens gibt es auch beim Phishing Hoffnung, dass gestohlene Gelder, beispielsweise beim Onlinebanking, durch Banken ersetzt werden. Grundlage dafür bildet das Bürgerliche Gesetzbuch. Nach § 675u BGB sind Zahlungsdienstleister verpflichtet, bei nicht autorisierten Zahlungsvorgängen die entwendeten Zahlungsbeträge zu ersetzen. Allerdings gilt dies nur, wenn der Betroffene seiner Sorgfaltspflicht nachgekommen ist. Weitere Informationen zur Rechtsgrundlage im Schadensfall findest Du hier.


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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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